Donnerstag, 27. Juni 2013

Regenzeit in Japan....

Mein erstes Lebenszeichen aus Japan auf dieser Trip wird ein leider eher bescheidenes Zeichen sein.

Während eines rund 10-stündigen Fluges von Copenhagen nach Tokio, bei dem wg. Turbulenzen ordentlich durchgerüttelt wurde, durfte ich die Cuisine-Leistungen der skandinavischen Airline geniessen. Diese muss sich ein altes Marketing Motto zu Nutze gemacht haben: Der erste und der letzte Eindruck bleiben haften, was in der Mitte kommt ist nicht so wichtig.

Dokumentiert in der folgenden Menüfolge:
Vorspeise: Lachsroulade und Blini mit Lachsrogen
Sieht gut aus,oder? Und schmeckt so wie es aussieht. 

Hauptspeise: Hühnchen mit Risotto und Schmorpaprika.
Sieht nicht so gut aus? Stimmt. Schmeckte auch so. Für einen
gutbürgerlichen Landgasthof an der Ostgrenze der EU hätte es zur
Ehre gereicht.

Nachtisch: Schokoladentarte und Obstsalat.
Sieht besser aus? Ja, war es auch. 
Ansonsten kann man der Airline - die Member der Star Alliance ist - nur dazu raten, unbedingt mal zu renovieren in Ihren Fliegern. Das übliche Missgeschick mit dem Bord-Entertainment-System blieb diesmal aus. Dafür waren die Sitze und deren Mechanik wohl ziemlich hin. Mein Sitznachbar musste 10 Stunden lang in der Standard-Sitzstellung verharren - selbst ein leichtes Neigen des Gestühls war nicht drinnen. Skandinavisch kann ich zwar nicht, aber soviel des Gesprächs meines Sitznachbarn mit dem Steward hatte ich verstanden: Ein Mechaniker hat sich länger an dem Sitz abgemüht, konnte ihm aber doch keine Funktion mehr einhauchen, bevor man startet. Hat er leider Pech gehabt. Der verzögerte Start wg einer defekten Tür scheint ein anderer Mechaniker repariert zu haben - das hat nämlich geklappt. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ansonsten beschränken sich meine aktuellen Erkundungen auf relativ wenig - mich legen grade Rückenprobleme lahm und ich bin froh, wenn ich nach dem Büro ins Hotel komme. Mein Erforscher-Radius und meine Entdeckungslust sind grade extrem begrenzt. Weshalb es auch grade nichts wirklich zu berichten gibt.

Lediglich ein paar neue Supermarkteindrücke sind es bisher geworden. Die Affinität zumLebensmittleeinzelhandel, die durch meinen Beruf gekommen ist, geht scheinbar nicht mehr wirklich weg. Immerhin habe ich am anderen Ende des Bahnhofs im Untergeschoss diesen Supermarkt endlich entdeckt. Dabei ist mir radikal aufgefallen, daß ich auf der "anderen Seite" des Bahnhofs noch nie wirklich geschaut habe, was da los ist.

Für deutsche Lebensmittelhändler muss Japan wie das gelobte Land erscheinen, daß Paradies in dem Münzen und Scheine fliessen.... Dem Normaleuropäer - speziell dem deutschen "geiz-ist-ja-so-geil" Schnäppchenjäger - wird bei den Preisen immer wieder schwindelig. Und wenn es nicht adhoc der Preis ist, dann die Mikro-Verpackungsgrösse. Es ist eine interessante Vorstellung, was wohl passieren würde, wenn Lidl, Aldi und Co in Japan mit einem Feldzug den Markt erobern würden.

Wenn es schlecht läuft, dann geht man schnell wieder heim, weil der Japaner lieber viel Geld ausgibt, um nicht bei den Gaijins kaufen zu müssen. Oder aber es gibt einen Erdrutsch im Handel... Letzteres halte ich für wahrscheinlicher. Besonders wenn die französischen Carrefour Kollegen Einzug halten. Man hat bereits erfolgreich in China bewiesen, wie man ein Land erobern kann. Obwohl... wo soll in Tokio einigermassen zentral Platz für ein SB Warenhaus sein.... *grübel*

Hier ein paar Beispiele japanischer Frischeprodukte und Einkaufskultur bei Lebensmitteln:

Frische Steinplize - 1a Qualität,
vollkommen makellos

Geviertelter Rotkohl - für den Preis gibt es bei uns
 vermutlich einen ganzen Kohlkopf

Erbsen - handabgezählt, in der 80gr Schale.
Bohnen auch in homöopathischer Dosis käuflich.
Wirkt irgendwie als wenn man für handgemachte Babygläschen
in Einzelportion einkaufen will.
Einzeln verpackte Limetten! Praktisch für den Caipirinha Bausatz.
Kräuter für den Minimalisten und Puristen!

Die Fleischtheke - mit Grinsemetzger!

Heute im Angebot: Rindfleisch (vermutlich Kobe Beef)
4 x 150 gr = 120€
Ob es allerdings schmeckt, so fettig wie es ist,
daran habe ich mittlerweile Zweifel.
Als hauchdünner Aufschnitt gibt es das gute "Zeug" auch günstiger!
Ein superlecker aussehende Fischtheke.
Dahinter 5 (in Worten fuenf) Mitarbeiter, die Fische zerlegen
und in die ganzen Päckchen packen. Unter dem Fischmetzgerkittel
alle mit Hemd und Krawatte - Eleganz beim Fisch-Stückeln!
Ergebnis der Bemühungen: halbierte Fischköpfe!

Oktopus-Tentakeln - nicht jedermanns Liebling!

Leckere Sushi-Platten!
Rötliche Oktopusse - scheinen hier sehr beliebt zu sein!
Und dann doch noch .... Das 1 Schluck-Dosenbier; sagenhafte 135ml in einer Dose! Das könnte glatt als Arzneimittel durchgehen.

Ey, pass auf! Sonst hole ich meine grossen 0,33l Brüder!

Da ist sie: Die kleine, handliche Minibierdose! Süüüüüs!
Ist die nicht goldig?

Nach all diesem Leckereien in Rohform hatte ich natürlich auch Hunger und konnte mich an dem "Food Corner" im gleichen Untergeschoss verpflegen. Der Übergang zwischen Supermarkt und Fressmeile war fliessend und ohne Schranken. Der Japaner würde nie gehen, ohne zu bezahlen. Alles kein Problem.








Diese Hot-Dog Varianten sind besonders erwähnenswert.
Weil ein Würstchen dabei irgendwie nicht vorkam.



Und mein Mittagessen habe ich dann mitgenommen und mich unter die vielen Japaner gemischt, die Ihre Mittagspausen draussen verbringen und dabei Ihren Lunch verzehren.

Frühlingsrolle und Gyoza. Yum Yum!

Outdoor - Lunching!

Und mit lachenden Keksen und einem Raucherzoo möchte ich voerst verabschieden. Bald gibt es mehr, wenn mein Rücken hoffentlich wieder mitmacht!



... und manchmal stehen sie davor Schlange...






Montag, 24. Juni 2013

Und wieder geht es los, auf nach Nippon (Teil 3)

Es ist wieder soweit, ich darf wieder nach Japan. Dank der fantatstischen Preisersparnis von mehr als 3000 Euro darf ich aktuell mal wieder in Copenhagen weilen und flauschigen SAS Lounge froehnen.

Und damit ich besser fuer meine geneigten Leser schreiben,  habe ich jetzt ein mobiles "Blog Center" immer am Mann.
Nexus 7 mit Bluetooth Tastatur
Ob die Minitasten fuer meine Wurstfingerakrobatik taugen oder eine doch mehr feminine Fingerakrobatik erfordern, werdet ihr dann an der Anzahl meiner Vertipper feststellen koennen. Und wie Ihr schon jetzt seht: keine Umlaute mehr!

Bisher laeuft diesmal alles sehr ungewoehnlich unaussergewoehnlich ab. Ausser das man beim Eintreten in die LH Lounge in Stuttgart heute dachte, dass man als Komparse im Bully Spot  fuer Business Kaspar gelandet ist. Erst nach langem Suchen habe ich 2 Personen ohne Handy am Ohr gefunden, die nicht waehrend des telefonierens auch noch gleichzeitig auf ihr Notebook wie wild einhackten. Selbst am Buffet - beim Kaffee holen oder Broetchen schmieren - musste ununterbrochen telefoniert werden.

Einer der Business Kaspar Separatisten trug FlipFlops und Shorts, der andere Mann (aehnlich gekleidet) genoss das Fruehprogramm im Fernsehen. Irgendwie ist das schon komisch, dass wir diese Raeume nicht mal zum relaxen und entspannen nutzen koennen. Dafuer sind sie doch eigentlich gemacht. Man kann bei einem netten Snack und einem Getraenk entschleunigen, sich eine Rast in der Reise goennen. Irgendwie sind wir aber wohl nicht mehr in der Lage loszulassen, dank der vernetzten always on Welt in der wir Leben. Zumindest koennte man die Zeit fuer etwas Vergnuegen nutzen. Ich habe die Zeit fuer einen netten Chat genutzt und bin relaxt in den Flieger nach DK gestiegen.

Um meinen hedonistischen Vorlieben treu zu bleiben und nicht weiter ueber die Business Getriebenheit der deutschen Gesellschaft zu philosophieren, geht es jetzt wieder ums Essen.

Eine ueberaus nette Flugbegleiterin (fachsprachlich wohl die Purserin des Fluges) ueberraschte mich mit der Ansage, dass ich mir was zu Essen aussuchen duerfte!
Salat oder Sandwich? Hupps - ganz was neues. Um der erwarteten Routine von Toastbrot, lauwarmen Aufbackbroetchen in XXS oder aehnlichem zu entgehen, entschied ich mich fuer den Salat. Da Etikett gab nicht wirklich viel mehr her als das Huehnchen drin sei. Das Aussehen war auch noch nicht so ueberzeugend nachdem man die Schachtel mal aufgebrochen hatte. Echtes Qualitaetsklebeband hielt die Faltpappe zusammen und erforderte fast schon sportliche Anstrengung, um an den Inhalt zu kommen.


Sah schlimmer aus als es schmeckte. Ehrlich gesagt, es schmeckte sogar sehr sehr gut.
Es entpuppte sich als orientalisch gewuerztes Huhn mit Couscous, Tomaten und Gurkenstueckchen. Konnte man der daenischen Inhaltsangabe auf dem Schachtelboden entnehmen. Ja, erst nach dem Essen; ich habe es mir nicht Slapsticklike ueber die Hose gekippt.

Nun sitze ich bei einem leichten Lunch und ueberbruecke die 3 Stunden Wartezeit bis zum Weiterflug nach Tokyo mit diesem ersten Blogstation Test. Und jetzt gleich mit Offline sein, chillen und einer guten Zeitschrift.
Nicht zum Schluss auch mit der bangen Frage fuer mich, ob es mir gelingen wird auf diesem Trip wieder genug Ungewoehnliches zu finden, um mein Blog wieder reichlich und spannend zu fuellen.

Traveller Lunch
  • zum einen um dem Voellegefuehl beim Fliegen zu entgehen, da es
    im Fieger nachher ein spaetes Mittagessen geben duerfte
  • zum anderen, weil ich beim gestrigen Halbmarathon gemerkt habe,
    dass 97Kg Lebendgewicht keine optimalen Ergebnisse bei mir zulassen

Shoppingmeile in Flughafen!

Bis bald liebe Leser - dann aus dem Land der aufgehenden Sonne!

Sonntag, 16. Juni 2013

Produkte, die mich beunruhigen....

Jetzt war es fast einen ganzen Monat ruhig in meinem Blog, aber ich lebe noch und schreibe noch.

Aktueller Anlass sind so einige Produkte und Nachrichten, über Produkte, die jeder von uns verwendet, kauft oder im schlimmsten Falle zu sich nimmt als Nahrung.

Durch die aktuellen Medien geistern grade wieder Meldungen über belastete Lebensmittel, die durch irgendwelche Stoffe (vermutlich in Dünger enthalten). Es beruhigt mich als Verbraucher nicht, daß man diese Stoffe werden abwaschen noch durch Kochen entfernen kann. Zwangsläufig mitgegessen.

Ob es mich beruhigt, daß Bio-Artikel weniger belastet sind? Nicht wirklich. Denn wenn ich die nicht unsignifikanten Aufschläge für Bio, Demeter und was sonst noch sehe, erwarte ich eigentlich ein unbelastetes und biologisch korrekt hergestelltes Lebensmittel. 100% Schadstoff-frei. Scheint wohl eine teuer erkaufte Illusion zu sein.

Auch das Einkaufen auf dem Markt - wir sind dazu übergegangen dort wieder verstärkt einzukaufen: lokale, saisonale Produkte bevorzugt - scheint da keine spürbare Verbesserung gegenüber dem Supermarkt zu sein. Ok, geschmacklich ja, keine Frage. Daher werde ich auch weiter den Markt vorziehen. Auch weil ich da auf regionale Produzenten treffe, die man auch selber besuchen darf und sich ansehen kann, was man später als Nahrungsmittel kauft. Gilt auch für die Tierhaltung....

Der fade Beigeschmack bleibt einfach. Auch wenn er kleiner ist als im Supermarkt. Bevor ich meine Frau kennenlernte, war ich ein damals nicht-untypischer Männer-Single-Haushalt: Fertigprodukte, Menüschalen für die Mikrowelle, TK-Fertigerichte und Convenience-Produkte bestimmten den Speiseplan.

Wenn ich mir heute anschaue, was da so alles drin ist - mir wird echt übel. Besonders fertige Salate aus dem Kühlregal, die ich früher mit Heiss(liebe)hunger verschlungen habe, kann ich heute nicht mehr essen. Warum nicht?

Beispiel: Heringssalat

Da kann man im Supermakt 250 Gramm oder noch mehr für 0,99 Euro bekommen. Mit einem bisschen Grips wird man begreifen, daß man dafür kein vernünftiges Lebensmittel produzieren kann.
Schaut man auf die Zutatenliste - an erster Stelle "Fisch - 30%". Super! Fisch! Am meisten drin! Is(t) ja geil!

Das deutsche Lebensmittelrecht schreibt m. W. nach vor, daß die Zutaten anhand Ihrer Menge im Produkt gelistet werden. Sofern sie überhaupt gelistet werden müssen - dazu aber später mehr.

Wenn da jetzt aber der Fischanteil ca. 30% beträgt, was heisst das? Es sind rund 85 Gramm Fisch enthalten in einer 250 Gramm Packung. Im Umkehrschluss heisst das auch, daß rund 70% der Zutaten anderes Zeug sind. Sahne/Milch... Antioxidationsmittel, Geschmacksverstärker, Gewürze, Farbstoffe, Aromen (die manchmal sogar natürlicher Herkunft sind) - also rund 160-170 Gramm sind kein Fisch!

Und von der Qualität des dort in den anderen Zutaten versteckten Fisches reden wir dann lieber nicht auch noch. Also, mittlerweile verzichte ich lieber auf sowas.

Noch ein Beispiel? Wie wäre es mit dem allseits beliebten Erdbeer-Joghurt?
Es wachsen auf der Erde vermutlich in einem Jahr nicht genügend echte Erdbeeren, um auch nur in jeden Becher Erdbeerjoghurt auch nur eine einzige, ganze Erdbeere zu stecken. Und wenn in einem 150gr Becher Joghurt nur eine einzige Erdbeere stecken würde, wäre der Geschmack wohl eher dünn... oder? Für alle Menschen, die es immer noch nicht wissen: Erdbeer-Aroma lässt sich aus Sägespänen herstellen. Und da Sägespäne ein natürliches Produkt sind, sind es noch nicht mal künstliche Aromastoffe. Kann man also als "ohne künstliche Aromen" deklarieren. Hey!

Und dann gibt es noch die kleinen heimlichen Helfer wie "Hefeextrakt" - die etwas höflichere Umschreibung für Geschmacksverstärker. Muss man aber nicht so nennen. Immerhin muss man da was auf die Verpackung schreiben. Im Gegensatz zu anderen kleinen Helfern, die nicht unter die Deklarationspflicht fallen. Stimmt, hat noch keiner wissentlich gesehen - wie auch. Steht schliesslich auf keiner Verpackung. Darf aber drin sein. Zusatzstoffe in Zutaten, Verarbeitungshilfsstoffe oder Lösungsmittel/Trägerstoffe. Es sei denn sie werden den Hauptallergenen zugeordnet. Auch spannend. Wenn es kein Massenallergieauslöser ist, kann er locker untertauchen. Der "Stoff".

Was bleibt dem Mensch, der sich weitesgehend gesund ernähren will?

Schrebergarten - selber anbauen. Landwirtschaftsprojekte - mithelfen auf dem Feld und saisonal vom Bauer vergünstigt mit Gemüse versorgt werden. (sofern vorhanden im Umkreis des Wohnortes)
Ansonsten? Nicht mehr viel, ausser Augen zu und durch.

Den Preis des Monats bekommt aber von mir kein Lebensmittel, sondern ein Kosmetikartikel.
War auch der eigentliche Auslöser meines Blogeintrages: Augenserum für Männer.

Nu bin ich ja nicht mehr so ganz jugendlich frisch mit 45 Lenzen, aber doch auch eitel. Also fängt man dann an, sich etwas zu pflegen und mit Cremes zu bearbeiten, auf das man seiner Eitelkeit ausreichend fröhne und hofft ein "schönes Exemplar" der Gattung Mann zu bleiben. So lange es denn geht.

Nun ja... im Drogeriemarkt bin ich da nicht mehr so sicher, ob die Damenabteilung immer noch grösser als die Herrenabteilung. Manchmal kriegt man(n) ob der Vielfalt an Artikel für jeden Zweck da seine Zweifel. Und nun? Ausprobieren. Ein Produkt nach dem anderen Produkt, bis man was gefunden hat, was gefällt. Preis, Qualität und Menge. Wirkung wird sich oft erst in Jahren zeigen ....

Und bei meinen frankensteinschen Selbstversuchen stosse ich doch tatsächlich auf das hier:


Man soll das Mittel morgens und abends rund um die Augen auftragen. Ok. Kriege ich hin. Sofern ich das im Tran nicht vergesse. Und was steht da noch: Den direkten Augenkontakt vermeiden.
Äh? Was? Nee, oder? Ein Augenserum, daß nicht mit Augen in Berührung kommen darf oder sollte.
 Das bringt mich doch echt ins Grübeln. Und beunruhigt mich doch ein wenig....
Ich meine ein Augenpflegeprodukt, daß ich geflissentlich gesagt, vom Auge fernhalten soll, will mir nicht einleuchten. Das widerspricht sich für mich. Und beunruhigt mich. Was reibt man sich da dann täglich zweimal um das Auge rum ins Gesicht?

Fazit: Ich werde mir ein Produkt suchen müssen, auf dem das entweder nicht draufsteht oder absichtlich nicht dazu geschrieben wurde. Das beunruhigt mich dann wenigstens nicht. Auch wenn es mir genauso das Auge vergrätzen könnte. Ob die Menschen früher gesünder waren, weil Sie nicht so viele Krankheiten kannten und selber diagnostizieren konnten, wie wir heute? Aber das ist ein ganz anderes Thema.....

Bis sehr bald liebe Leser.... Warum sehr bald? Man schickt mich wieder nach Japan! Ich hoffe, Ihr freut Euch schon auf meine neuen Erkenntnisse aus dem Land der aufgehenden Sonne.
Und bitte bleibt mir solang gewogen....

Montag, 20. Mai 2013

Ist Dietmar Hopp vielleicht ein "Erfolgsfan"?

Heute geht es weder um Essen noch um Reisen, sondern um Fussball und Leidenschaft für Fussball.

Das Wort "Erfolgsfan" geistert nun schon öfter und länger durch die Welt und soll gemeinhin eine Person betiteln, die nur dann zu einer Sache steht, wenn die Sache erfolgreich ist und ansonsten sich davon distanziert, versteckt oder fernhält.

Grade im Fussball trifft man oft und immer öfter auf dieses Wort.

Letztes Wochenende hat TSG 1899 Hoffenheim sein letztes Saisonspiel in Dortmund beim BvB bestreiten müssen und es geisterte durch die Medienlandschaft, daß Dietmar Hopp nicht mit seinem Verein nach Dortmund reist. Grund sollte sein, dass er sich die Schmähgesänge nicht antun will.

Alle, die mich persönlich oder näher kennen, wissen von meiner Leidenschaft für Fussball und das ich Anhänger des BvB 09 Borussia Dortmund bin. Bei jeder erstbesten Gelegenheit gebe ich das gerne und ausschweifend auch zum Besten. Mein Grossvater hat mich mit dem Fussball Bazillus angefixt. Er nahm mich schon mit ins Stadion "Rote Erde" als ich noch Windeln trug und nicht laufen konnte.

1978 - da war ich dann 10 Jahre alt; Borussia aus der 2. Bundesliga wieder aufgestiegen, ging es dann richtig los. Alle 14 Tage Samstag während der Saison war das Westfahlenstadion mein 2. Wohn- und Kinderzimmer. Dauerkarte Südtribühne - damals standen die Fans, die man heute Ultras nennen würde, noch im Block 13. Da gab es noch die Säule mit der Nummer 13 drauf und rechts daneben standen meine Kumpels und ich. Bei Regen, bei Schnee, bei jeder Spielleistung des Vereins, egal in welcher Situation. Da stand ich auch als Jürgen Wegmann ("Die Kobra") damals gegen Fortuna Köln in der Relegation den Ball in den letzten Sekunden über die Linie stolperte und es ein 3. Spiel herbeiführte.
Weil: Man ist entweder Fan oder nicht. Und als Fan steht man zu seinem Verein! Immer! Egal wie schlecht gespielt wird, egal in welcher Liga. Egal, ob man ausgelacht oder verhöhnt wird. Immer!
Und wenn wir das 20. Mal hintereinander beim 1. FC Köln verloren hatten, wir sind immer wieder hingefahren. Egal. Als Fan unterstützt man seine Mannschaft. Als Erfolgsfan in solchen Situationen nicht.

Ich wohne jetzt seit 20 Jahren nicht mehr in Dortmund, aber an Spieltag hängt in unserem Küchenfenster zur Strasse hin eine BvB Fahne. Ich schaue mir jedes Spiel des BvB in Stuttgart an, wenn ich nicht grade auf Reisen bin. Die Leidenschaft für den Verein und die Mannschaft ist geblieben.

Max (3 Jahre) und ich bei seinem ersten Besuch im Signal Iduna Park
Max (5 Jahre) und ich wieder mal im Signal Iduna Park
(Danke an die "Schipsletten" in Dortmund, die meine Familie und mich
immer wieder beim Besorgen von Tickets unterstützen)



Aus dieser Beschreibung heraus kann man sehen: Mein Herz gehört nicht dem FC Bayern und meine Sympathie für den FC Bayern ist nicht existent. Uli Hoeness ist ein Mensch, der im Fussball polarisiert. Ich will und werde nicht in einem anderen Zusammenhang über Uli Hoeness hier sprechen. Der Mann hat - ob man ihn persönlich mag oder nicht - viel für den deutschen Fussball getan. (Erinnert sei hier an das Benefizspiel für St. Pauli oder klammheimliche finanzielle Unterstützung für den BvB) Er äussert sich sehr sachlich zu vielen Dingen, er provoziert in vielen seiner Aussagen und schiesst auch hier und da weit über das Ziel nach meiner Meinung nach hinaus. Aber er steht dazu. Und er steht zu seinem Verein. Immer. Egal wie, egal wo und egal wann. Er ist immer dabei - auch jetzt in einer Zeit, wo er wegen anderer Dinge in der Kritik steht und sich schmähen lassen muss. Er geht auf die Tribüne und unterstützt den FC Bayern. Dafür hat er meinen Respekt und er ist in meinen Augen kein Erfolgsfan - wobei das beim FC Bayern vermutlich auch leichter ist, in Anbetracht der Ansammlung von Erfolgen.

Und dann gibt es da die TSG 1899 Hoffenheim mit Ihrem Mäzen Dietmar Hopp. Es gibt in Deutschland schon immer Mäzene, die Ihre Vereine finanziell und mit Vitamin-B massiv unterstützt haben. Das ist wirklich nicht neu und man kann sich da als Beispiele Klaus Steilmann mit Wattenscheid 09 (Ja, die spielten mal Bundesliga!) oder auch Jean Löhring mit Fortuna Köln als Beispiele herausgreifen. In einem Umfang, wie das in Hoffenheim passiert, ist es in meinen Augen ein Novum.
Vieles erinnert mich dabei sehr an die Entwicklung im englischen Fussball, wo sich Scheichs und Oligarchen einen Fussballverein fast wie einen Streichelzoo halten und meinen mit genug Geld kann man dann schon die Titel und den Erfolg kaufen. Gott sei Dank gibt es in Deutschland dafür die 50+1 Regel - und das ist auch wirklich das einzige, was ich dem DFB, den ich absolut nicht ausstehen kann, positiv anrechne.

Herr Hopp hat für sein Vermögen gearbeitet und er kann mit seinem Mammon machen was er will. Keine Frage. In Hoffenheim ist er beliebt und unterstützt seine Stadt, was man man ihm hoch anrechnen sollte. Er investiert und unterstützt mit mehreren hundert Millionen Euros medizinische Forschungen und Startups; wenn es gut geht verdient er was und wenn er Pech hat er ziemlich viel Geld in den Sand gesetzt. Wer weiss, was er mit seinem Geld noch alles positives bewirken kann, könnte und auch tatsächlich tut.

Und er hat sich entschieden, seinen Fussballverein vor Ort finanziell zu pushen - Spieler, Trainer, Stadion, etc. etc.. In einer Art und Weise, wie man es in Deutschland nicht kannte. Mit dem ausgerufenen Ziel Bundesliga, internationaler Wettbewerb und Erfolge auf höchstem Niveau. Und er hat somit entschieden, sich damit in das Rampenlicht der Öffentlichkeit und des Fussballs zu stellen. Sein Partner Hasso Plattner (oder muss man ehemaliger Partner sagen?) sucht sich da eher andere Sportarten mit weniger Öffentlichkeitsfaktor aus und "versenkt" da schonmal im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Milliönchen beim Regattasegeln.

Grüße an den DFB, die DFL und die Vereinsführung der TSG vom Hoffenheimer Fanblock
nach der Entscheidung zum neuen DFL Sicherheitspapier. (Siehe Transparent in der Bildmitte)


Das Hr. Hopp den Fussball mit seinem Tun polarisiert war ihm sicherlich von Anfang klar. Das man ihn dafür anfeinden und schmähen wird auch. Wenn ich auch die Art und Weise wie es mit dem "Zielscheiben" Transparent getan wurde persönliche nicht gut heisse, BvB Fan hin oder her. Das ging zu weit und hat seinen Teil zur Eskalation zwischen der TSG und dem BvB sicher beigetragen. Beide Seiten haben danach sicher nicht immer deeskalierend agiert und den Konflikt mit der einen oder anderen Aktion eher noch verschärft. Hup-Hup!

Jetzt steht die TSG vor dem Abgrund/Abstieg in die 2. Bundesliga und alles hängt am letzten Spieltag am seidenen Faden. Wenn man die BvB Historie kennt, dann weiss man auch, dass man dort gern mal letzte Spieltage einer (Halb-)Saison vergeigt. Wie vor einigen Jahren - am 34. Spieltag, als Dortmund zu Hause gegen den bereits abgestiegenen Tabellenletzten Energie Cottbus verlor und die Teilnahme am europäischen Wettbewerb damit vergeigt hat. Oder die Chance auf die beste Hinrunde aller Zeiten mit einer Niederlage bei Eintracht Frankfurt vertan hat. Die Chance ist da. Und? Herr Hopp war anscheinend nicht Dortmund zum letzten und entscheidenden Spiel seines Vereins. Man hat ihn meines Wissen nach nicht im Stadion gesehen.

Er mag wichtige, andere Gründe gehabt haben, dort nicht zu erscheinen. Die meisten Menschen dürften seinen Kalender und seine Termine nicht kennen, ich auch nicht. Es geht auch niemanden etwas was an und wir werden es wohl auch nie erfahren. Aber wenn es stimmt, was in der Presse steht, dass Dietmar Hopp wegen möglicher Schmähgesänge und anderem Fan-Aktivitäten nicht zum Spiel gefahren ist, dann ist er für mich ein "Erfolgsfan". Und das fände ich sehr traurig für den Fussball, für die Liga und die Vereine.

Liebe Leser, danke für Eure Aufmerksamkeit, bei heute mal einem ganz anderen Thema. Bleibt mir gewogen und bis bald!


Donnerstag, 9. Mai 2013

Die 200 Euro Melone aus Tokio

So.... nachdem ich noch ein paar Highlights von meinem letzten Besuch in Tokio versprochen hatte, muss ich davon denn auch noch berichten. Und am besten, bevor ich schon wieder Abreise, um noch mehr von Tokio und Japan zu erfahren.

In meinem letzten Post habe ich ein paar Dinge versprochen und darauf komme ich natürlich gerne zurück.

Frage eins: Warum glaube ich, daß Douglas Adams in Japan war bevor er sein Buch "Per Anhalter durch die Galaxis" (PAddG) geschrieben hat?

Antwort: Weil der Japaner immer (s)ein Handtuch dabei hat.

Diesen bemerkenswerten Satz wird jeder Leser von PAddG kennen: "Habe immer (d)ein Handtuch dabei!". Dies gilt nicht nur, wenn man als Anhalter durch die Galaxis reist sondern auch, wenn man Japan besucht. Es ist ungewöhnlich, wenn man an einen europäischen Klositz ohne Heizung und Afterritzen Waschanlage gerät. Aber es ist nicht ungewöhnlich im Waschraum keinen Handtuchspender oder keinen Airblade Handtrockner vorzufinden. Schwupps holt der Kenner sein Handtuch aus der Tasche, während unbedarfte Typen wie nach ausgiebiger Wäsche der Hände und des Gesichts dann tropfnass im Raum stehen und sich fragen, wie das wohl passieren konnte.

Aber das passiert mir nur einmal - danach hatte ich immer ein Handtuch dabei und wurde respektvoll auf dem Herrenklo von den Japanern als "Wissender" erkannt und betrachtet.

Das einzige Klo, daß ich bisher in Japan ohne Sitzheizung und
automatisierter Intimwaschanlage gesehen habe!

Frage zwei: Kann man in Japan schlecht essen? Gutes Sushi, schlechtes Sushi?

Antwort: Im Prinzip nein. Manchmal ist Essen leider nicht ganz so gut wie erwartet. Aber nie wirklich schlecht. Ausser vielleicht man erwischt Natto.....

Natto ist eine fermentierte Sojabohnenmasse. Schleimig, nicht gut riechend und wohl nur was für den japanischen Gaumen. Nein, das erzähle ich nicht nach dem Lesen der Wikipedia, sondern aus eigener Erfahrung; das erste Mal seit langem, daß ich mich massiv zwingen musste, etwas aufzuessen.

"Genossen" habe ich die japanische Spezialität relativ unerwartet beim Mittagsmenü in einem Running Sushi Lokal. Die Kollegen haben mich zum Mittagessen dorthin geführt. Es ist günstig und es ist ok - Sushi auf europäischem Niveau würde ich sagen. Und mittendrin kam Natto. Woraufhin ich mir gleich den Teller gegriffen habe und 2 Sushi mit Nattofüllung bei mir landeten. Eine genauere Beschreibung von Geschmack, Konsistenz und Geruch gebe ich hier nicht wieder, weil das zu massiver Zensur dieses Beitrags führen könnte.

Weitere Infos gibt es auf Wikipedia: Natto

Das was da unten rechts rausquillt ist Natto. Nach dem für Europäer zweifelhaften Genuss,
hätte ich meine rechte Niere für eine Flasche Underberg eingetauscht

Gebackene Ei-Tofu Masse, gefüllt mit Sushi Reis

Sardinen Nigiri
Fetter Thunfisch. Lecker!
Mittagsmenü in Gänze!

Und hier fährt das Sushi am Tisch vorbei. Im Gegensatz zu Deutschland sitzt man
nicht mit dem Gesicht zum Laufband.

Sonderbestellungen gibt man per Touchscreen und Menükarte
auf. Unter dem Screen fährt eine "Modelleisenbahn" im Shinkansen
Look und bringt das Sonderessen auf diese Wege zum Besteller.
Dummerweise ist mir kein vernünftiges Foto davon gelungen. :-(

Heisswasserzapfanlage!
Eine weitere Neuigkeiten für mich waren, die an jedem Tisch verfügbaren, Heisswasserzapfanlagen. Das funktioniert im Prinzip wie ein Refillautomat in einem Fastfoodrestaurant. Man schiebt seinen Becher gegen eine Plastikzunge und von oben rieselt das gewünschte Getränk. Im Sushi Restaurant, baut man sich so seinen Mittagstee. Es steht ein Streuer auf dem Tisch, der mit Instant-Grüntee gefüllt ist. Dass schüttet man nach Gusto in seinen Becher und zapft sich dann Heisswasser dazu ab. Wird einem Tee-Fan ein kaltes Schaudern auf den Rücken rufen, aber man kann es trinken. Sofern man ordentlich mit Instant-Tee-Streuer umgehen kann ;-)




So sollte Sushi aussehen!!!

Frage drei: Wie stellt sich ein Japaner Reibekuchen vor?

Antwort: Gross! Richtig gross... Eine Portion von 3 Stück möchte ich in Japan nicht essen. Ein Berner Rösti ist dagegen ein Bierdeckel!

Das ist er - der japanische Traum vom Reibekuchen!
Trocken - ohne Apfelmus oder so.
Auf dem Bild kann man es sehen. Das Teil ist gross; zur Orientierung sieht man im Hintergrund noch etwas von "normal" grossen Tellern. Ein Reibeküchlein kostet soviel oder mehr als ein normales Hauptgericht. Gesehen habe ich das Teil in einem "Brauhaus"(-Verschnitt) oder was die Japaner dafür halten. Weitere Kostproben in Bildern hier:

Das Getränkemenü mit Bier, Weisswein, Rotwein und "Others"
Der Humpen wird für 600 Yen das Eigentum des Biertrinkers!

Was es noch so leckeres, bierhaussmässiges Essen gibt,
zeigt die übliche Auslage mit Plastiktellern und Plastikessen drauf.
Unter anderem Flammkuchen, Roulade und Hackbraten.

Ohne Wurst geht es in Brauhaus natürlich nicht.
Aber Essen wollte ich dort nicht... brrrrr!
1500 Yen für 4 Nürnberger mit etwas Kraut ist auch in Japan teuer!

Frage vier: Was kostet eine Melone in Japan?

Antwort: Mal locker 200 Euro. In Worten zweihundert!!!! Kein Scherz! Glaubt Ihr nicht? Bitter hier der Beweis in Bildform:

Die sagenhafte 200 Euro Melone!
Wenn das Zeug nicht verderblich wäre, könnte man das als Investment in Japan betrachten. 26.500 Yen kostet das Früchtchen; was bei dem aktuellen Wechselkurs so rund 200 Euro sind oder auch ein wenig mehr. Wenn ich an den durchschnittlichen deutschen Supermarkt denke, wo man die Teile manchmal für 2 Euro abgibt... da muss der Japaner auf Deutschlandreise doch mit Tränen in den Augen im Supermarkt zusammenbrechen und seinen Koffer auf der Heimreise mit Melonen nur so vollstopfen. Ob es wohl einen Japaner gibt, der ein ähnliches Blog über seine Europareise schreibt und über soooooo billiges Obst berichtet?


Und nein... nicht nur die Melonen sind dort so teuer, auch alles andere Obst hat seinen Preis.

Die nett verpackten Orangen sind für rund 6 Euro
pro Stück fast schon ein Schnäppchen!

Das bunte "Obstkörble" ist verdächtig deutsche Touristen
mit Herzinfarkt zu versorgen.  Auch dieser Preis ist im 3-stelligen Euro
Bereich. Hoffentlich kriegt das der deutsche Einzelhandel nicht mit.

So... das war jetzt das Finale von 2 Wochen Tokio im April. Ich hoffe, es ist mir gelungen einen Einblick in das japanische Leben der Megastadt Tokio zu geben und Euch damit zu unterhalten.

Wenn ich auch das nächste Mal wieder berichten soll, was mir so begegnet und passiert, wenn ich nach Japan reisen darf, dann gebt mir doch einfach mal ein Feedback.

Bis dahin bleibt mir gewogen, liebe Leser! Ich verspreche auch weiter über Kurioses aus Deutschland zu berichten, wenn es mir begegnet!

Montag, 29. April 2013

Ein Regensonntag und ein Besuch beim Baseball in Tokio

So.... nach dem kurzen Intermezzo über die Fluglinie, die mich doch sehr geärgert hatte, war ich versucht heute nochmal ein Intermezzo zum Thema Wahlprogramme, Steuererhöhung und Fernseh Talk zu schreiben.

Da ich dann aber vor lauter Intermezzo nicht mehr dazu komme, auch noch den Rest meiner Japan Erlebnisse an den Mann (oder die Frau) zu bringen, muss heute der Abschluss Blog zu Japan geschrieben werden.

Und mein Blog ist ja beim letzten Samstag stehen geblieben. Auch wenn die Woche dank viel Arbeit nicht soooo ereignisreich war wie sonst, ist noch genug passiert. Finde ich, mal schauen, ob Ihr das nachher auch so findet.

Was macht man an einem verregneten Sonntagmorgen in Tokio? Man lässt den Frust im hoteleigenen Fitness-Studio raus - 2 Std auf das Laufband mit Blick aus dem 26. Stock über das graue Tokio (da fällt mir ein, daß ich da mal ein Foto machen sollte, aber ins Gym habe ich die Cam nie mitgenommen und mein Phone auch nicht) Ich hasse diese Typen, die morgens auf dem Laufband die Nordische Stockstelze ohne Stöcke machen und dabei wie wild auf Ihrem BlackBerry rumhacken, Musik hören, die Zeitung oder ein Buch dabei auf dem Bediendisplay des Laufbands zum Lesen abgelegt und dann beim Laufen nebenher diese 3 Sachen gleichzeitig machen. Nein, ich bin nicht auf deren Multitasking neidisch, aber ernsthaft was richtig machen tun die nicht.

Und dann? Eigentlich wollte ich in den irischen Pub nebenan und dort englisches Frühstück einwerfen. Geworden ist es dann das hier:
Grande Latte & Vollkorntoast Sandwich mit Eier- und Hühnersalat.
Danke Starbucks!

Tja... wenn es regnet, dann halt Shopping. Ein kleiner Fussmarsch an der frischen Luft auf die Insel Tennozu. Einmal durch die leeren Wege und Strassen am Sonntag vormittag.


Und dann ab in die U-Bahn Richtung Tokio Teleport mit seinen Vergnügungs- und Einkaufszentren.
Das Highlight der Fahrt dahin waren ungeahnte Neuigkeiten, die mich wieder fast verwzeifeln liessen.
Zum einen am Geschmack der Japaner und zum anderen an der modernen Zeitrechnung. In einem der vielen Automaten mit seiner Auswahl an heissen und kalten Getränken gab es: heissen "Corn potage".
Wohl so eine Art Maiseintopf oder flüssige Polenta - ich konnte mich nicht überwinden das auszuprobieren, auch wenn es nur einen Euro kosten sollte.
.
*würg*


Was die Zeitrechnung betrifft - dieses Plakat spricht für sich:
Oktoberfest im Frühling!
Man kann nicht früh genung anfangen oder Scotty hat besoffen
am Warp Antrieb geschraubt und das Raum Zeit Kontinuum erfolgreich verändert!
Egal wie - nach einem Umweg über das "Fast Wedding" - Hochzeitsstudio, dessen Name hoffentlich nicht Programm ist; kam ich am Tokio Teleport an.

Fast verheiratet? Schnell verheiratet?

Nee, das Wetter war genauso lausig wie das Riesenrad im Hintergrund. :-(

Und dann rein ins erste Einkaufscenter und prompt in den Shop von "Hello Kitty Japan" gestolpert. Neben allerlei Krimskrams mit der Kitty drauf, gab es dort frisch gebackene "Hello Kitty" Kekse.
Gefüllt mit.... keine Ahnung, auch das wollte mein Körper nicht probieren. Der Geist auch nicht.
Der Größe nach ist Hello Kitty keine Kartäuser!
Irgendwann habe ich zwischen den ganzen Shops auch wieder den Weg nach draussen gefunden und bin prompt in das Tokio Teleport Gundam Center gelaufen. Diese äusserst beliebte Roboterfigur fristet ihr tristes Dasein vor der Tür neben einem Container in dem handlicher Merchandise des Riesen und Bausätze für daheim verkauft werden, die sich trotz abstrus hoher Preise erstaunlich gut verkaufen.

Gestatten, Gundam. 18 Meter groß.
Schuhgrösse unbekannt - vermutlich aber ca. Toyota Yaris.
Dieser nette Typ wurde dann von etwas Anderem getoppt. Nebedran eine kleine Bühne und davor eine ansehnliche Menge wartender Zuschauer. Man wartet auf "LinQ". Und dann kam LinQ. Eine japanische Girlieband.


Als die Musik in asiatischer Volllastlautstärke die Umgebung beschallte, brach der Wahnsinn los. Die Meute - 99% männlich, altersmässig Vater oder Grossvater der Mädels - ging ab wie Schmitz Katze! Der Musikantenstadl ist nichts dagegen. Ausnahmslos alles vollkommen text- und tanzschrittsicher. Und in grenzenloser Ekstase - für japanische Verhältnisse zumindest. Einen kleinen Eindruck erhaltet diesmal per Video!


Mehr konnte ich nicht auf Video bannen - jemand aus der Security hatte mich freundlich aber sehr deutlich aufgefordert das Filmen zu unterlassen. Aber für einen Eindruck von Musik, geistigem Niveau und japanischer Ekstase reicht es, oder? Mir hat es auch gereicht und ich bin wieder gen Akihabara geflüchtet, um dort bei Tage noch mal vorbeizuschauen und ein paar Souvenirs für Freunde und Verwandte zu organisieren. Auf der "Flucht" habe ich noch gesehen, wie man aus ein paar leeren Pappkartons Geld machen kann. Es gab einen mobilen Irrgarten aus Pappkartons für kleine Kinder.
Man hat einfach einen Haufen übergrosser Umzugskartons genommen, in die Seitenwände nach Bedarf Löcher eingearbeitet und mit übergrossen Plastikklammern zusammengehalten. Simpel, aber wirkungsvoll: Die Kinder hatten Spass und die Eltern warteten entspannt draussen. Vielleicht sollte ich mich damit auch mal selbstständig machen. Aber ich habe Angst vor der Prüfung.... da kommt bestimmt ein Technischer Prüf- und Überwachmich Verein und die deutsche Gesetzgebung. Vielleicht sind ja die Kartons mit Tropenholzanteil? Entspricht die Brauntonung der Kartons den deutschen Pappirrgartenfarbnormen? Sind die Klammern zum Kartonzusammenhalt ausreichend gross, damit kein Kind unter einer einstürzenden Pappwand begraben werden kann? Von Feuerlöscher und Defibrilator mag ich gar nicht reden... Nee, ich lass das in Deutschland lieber sein.



Hier ein paar Eindrücke aus Akihabara , die fast für sich selber sprechen:
Spielhalle....

Manga Spielhalle...

Elektroshop...

Raucherzoo - man raucht dort nicht auf offener Strasse, sondern in kleinen
streichelzoo-artigen Freigehegen. Bitte nicht füttern!


Nicht klassisch orientierte Japanerin!

Diese Beiden sind auch nicht traditionsbehaftet.
Der Montag verstrich ereignislos mit der Arbeit und ich bereitete mich auf eines meiner letzten grossen Highlights dieses Besuchs in Tokio vor: Stadiontime beim Baseball! Der Nationalsport der Japaner! Neben Golf. Neben Fussball. Neben Shopping. Neben... das führt jetzt zu weit hier. Also um 18 Uhr das Büro pünktlich zum Spielbeginn verlassen und um ca. 19 Uhr das ehrwürdige Jingu Stadion erreicht!





Ich bin drin! Wow!

Auch beim Baseball geht es nicht ohne Warnschilder!
Tja... und wie geht das so ab beim Baseball in Japan? Ich sage nur: Voll die Ultras beim Baseball, die Japaner! Die Mannschaft, die nach dem Ball schlagen darf, wird frenetisch vom Fanblock angefeuert. Die Fangruppe der Mannschaft, die grade "pitcht" ist total still. Und dann nach 3 Out dreht sich das Ganze und der bisher schweigende Fanblock legt los. Mit Blaskapelle, Fangesang wie in der Bundesliga und allerlei Mätzchen. Es ist der Wahnsinn. Leider war das Stadion nicht voll und die Anhängerschaft der Gastmannschaft ca 3x so groß wie der heimatliche Fanblock, aber trotzdem hat es Spass gemacht.

Kleiner Eindruck von den Rängen auch hier per Video:


Kleine Schlägerei nachdem der Pitcher dem  Batter mal den Ball
ordentlich auf den "Pelz gesemmelt" hat! Stimmung!
 Wer wissen will, wieviel Menschen in eine U-Bahn passen - auch wieder Baseball der passende Ort, das herauszufinden. Nach dem Spiel mit der Bahn heim und man bekommt es gratis gezeigt. Wenn man keine Luft mehr bekommt, ist der Wagen noch zu einem Drittel leer. So zumindest fühlt es sich an... und riecht manchmal auch so. Gott sei Dank war kein Hochsommer und ich bin grösser als der durchschnittliche Japaner.


Was machen Japaner in der Bahn?
a) Schlafen (siehe den ausdrucksstarken Herrn ganz links)
b) Handy rumspielen (alle anderen Fahrgäste)

So langsam nähert sich die Beschreibung meiner Erlebnisse auf diesem Japanbesuch dem Ende.
Eine weitere Episode wird es noch geben und dann hat die geneigte Leserschaft vermutlich endlich genug von Japan erfahren und ich werde mich wieder anderen Dingen zuwenden.

Beim nächsten Mal wird man erfahren: Warum ich glaube, daß Douglas Adams mal in Japan war bevor er "Hitchhikers Guide thru the Galaxy" schrieb; wie sich Japaner Reibekuchen vorstellen; GSSS kennenlernen (Gutes Sushi, schlechtes Sushi) und nicht zuletzt eine über 200 Euro teure Melone sehen können! Seid gespannt, bleibt mir gewogen, liebe Leser! Bis bald!

Samstag, 27. April 2013

Nippon Intermezzo.... Coming home....

Diesen Post in meinem Blog beginne ich im Flugzeug der SAS. Warum? Weil ich mittlerweile verstehen kann, woher die eher sparsamen Bewertungen der SAS in den Reise- und Flugforen herstammen. Im Büro in Tokyo haben die Kollegen gleich ziemlich entsetzt geschaut, als ich voller Stolz erwähnte ich würde mit SAS fliegen.

Das Bordentertainment-System war erst mal mehrere Stunden komplett ausser Betrieb, dann wurde es neu gestartet. Im gesamten Flugzeug. Danach hat es für eine Film gereicht, mehr wollte man mir an meinem Sitzplatz nicht zugestehen.

Von der Verpflegung mache ich freundlicherweise auch keine Fotos. Aber die SAS hat damit den Spitzenplatz in der Liste erreicht. Dummerweise nur den ganz unten am Ende der Liste. Aber dafür unangefochten. Ist doch auch was.

Dafür ist die Crew ganz nett und sehr höflich. Und das ist ja auch was wert.

Jetzt bin ich immer noch den Rest der Erlebnisse aus Tokyo schuldig und verspreche, dass ich das ganz schnell nachholen werde. Wirklich. Also bitte noch ein ganz kleines bisschen Geduld
und bitte bleibt mir so lange gewogen.