Sonntag, 12. Juli 2015

Going to Orlando - die Wunderbare Mautwelt Floridas

Nach unserem Zwischenstop in Küstennähe machten wir uns auf den Weg nach Orlando. Es war nicht wirklich weit weg und über Hotwire hatten wir uns ein Hotel gesucht. 4-Sterne für 65$ pro Nacht ganz in der Nähe von Seaworld, welches wir besuchen wollten. 

Nicht nur die Mautstrassen verwirren, auch die Ampeln können verwirren....



Auf dem Weg dorthin machten wir Bekanntschaft mit den amerikanischen Mautstraßen, auf die wir nicht so wirklich vorbereitet waren. Zu diesem Thema geben sich die meisten Internetseiten als auch die Reiseführer sehr informationsschwach. Selbst unser Baedecker - eine echte Bibel von einem Reiseführer ist da extrem schwach. Die Infos bei der Mietwagen Übergabe dazu sind auch sehr dünn.  



Fakt ist: es gibt ein verwirrendes Geflecht von Mautstrassen, Bezahlsystemen und nur noch selten Stationen, an den man mit Bargeld zahlen kann. In der Regel sind alle Mietwagen für das "Toll-by-plate" gemeldet. Das Nummernschild wird optisch erfasst und die Mautgebühren als euch eine Servicegebühr wird dann auf die Mietwagen-Rechnung am Ende aufgeschlagen. Sobald man mit seinem Mietwagen einmal durch die Bezahlschranke fährt, hat man die "Opt-in" Option gewählt und es geht los. Danach kann man durch alle Express Lanes einfach durchfahren. Um das herauszufinden hat es diverser Befragungen an Hotels, Mietwagenstationen und ähnlichem bedurft. Mal heißt das ganze Sunpass, mal EZPass mal sonst irgendwie. Bekommt man es vorher nicht ordentlich erklärt, ist es total verwirrend und verunsichernd. Und es erklärt einem keiner wirklich gut und umfassend. 



Irgendwann jedenfalls kamen wir in Orlando an und fanden zu unserem Hotel. Das Westin am Universal Boulevard. Ein sehr schönes Hotel, ruhig gelegen. Also abseits von allem, ausser dem Convention Center. In dem war aber Gott sei Dank grade nichts los, sonst wäre das Hotel wohl übervoll gewesen und wir hätten dort nie ein Zimmer bekommen. 
Orlando Convention Center bei Nacht!
Eignet sich gut als Kulisse für einen SciFi Film.


Hotelzimmer mit Aussicht!

Pool-Landschaft


Danach hatte dann die Hotwire Buchung ein paar Überraschungen parat. Entgegen der Ankündigung bei der Buchung gab es kein "free parking" sondern die Option für ein 18$ Self Parking oder ein 24$ Valet Parking. Pro Tag natürlich. Obendrauf berechnet das Hotel pro Nacht eine sogenannte Resort Fee. Es liegt zwar nicht auf den Vergnügungspark-Geländen und es ist auch kein Resort, aber da man einen Shuttlebus zu den Parks anbietet, zählt man als Resort. Also nochmal 15$ pro Nacht Add-On, die Hotwire bei der Buchung verschweigt und im meterlangen Kleingedruckten unter "Terms and Agreements" wohlweislich versteckt hat. Sicherheitshalber macht man auf solche Kleinigkeiten auch nicht aufmerksam, dass es sowas bei der Buchung evtl. geben könnte. Manchmal lernt man die Brüsseler Bürokraten und Ihren Regulierungswahn schätzen. Das war einer dieser Momente. Aus dem 65$ Hot Deal wurde dann ein 98$ Deal, den ich bei ausreichender Informationslage definitiv nicht gebucht hätte. Hotwire hat im Nachgang übrigens heftig bestritten je von "free parking" beim Angebot gesprochen zu haben. Verstrickte sich dann aber in einer sehr widersprüchlichen Argumentation  ebenfalls in Zusammenhang mit der Resort Fee. Da man bei einem Hotdeal (eine Art Roulette Buchung - man erfahrt nur die ungefähre Lage des Hotels in einem grob umrissenen Gebiet und wird dann auf ein verfügbares Hotel dieser Kategorie von Hotwire gebucht) vorher her ja nicht wisse, wo der Gast final eingebucht wird, weiss man ja nicht, ob eine Resort Fee anfallen würde und weise sie deshalb nicht aus. Bei dem Thema "Free parking" war es aber dann so, das mein Hotel das ja nicht anbiete und daher nicht im Hotdeal Angebot ausgewiesen sein kann. Was bedeuten würde, dass Hotwire vorher genau weiß, wo man gebucht wird. Also auch die Thematik der Resort Fees kennt. An dieser Stelle hat sich Hotwire für mich vollends disqualifiziert. Nicht, weil der Deal mit 98$ für ein solches Hotel ein schlechter Preis ist, sondern weil es bei mir das Gefühl hinterlässt, über den Tisch gezogen oder eher "beschissen" worden zu sein. Das war ein wenig wie die Billig-Flüge, deren  Preise man früher ohne Steuern und Gebühren ausweisen durfte. Du buchst für 39€ von Stuttgart nach Mallorca und mit Steuern und Gebühren kostet es dann plötzlich 200€ oder mehr. Dieser versteckte, hintertückische Kram ärgert mich. Und wenn so etwas ein Vorgeschmack auf TTIP ist, dann Gute Nacht Deutschland. Ab sofort bin ich definitiv und zu 100% ein TTIP Gegner. 



Aber da wir uns davon nicht die Laune verderben lassen wollten, haben wir es genommen wie es ist, eingecheckt und sind zum International Drive gefahren, um uns etwas zu amüsieren. Nach einer Runde Adventure Golf - sehr beliebt in den USA - sah die Welt wieder besser aus.  
Adventure Golf ist eine Form von Mini Golf auf Kunstrasen und mit einem Thema sowie Sonder-Regeln aufgepeppt. Unser Thema war Dschungelexepdition und das ganze Gelände war auch so aufgebaut. Es gab sogar ein Becken mit lebenden Alligatoren, die man bei Bedarf und Wunsch gegen Bezahlung füttern durfte. Ein erster Kommerz-Vorgeschmack. Für die Sonderregeln gab es an den Bahnen angebrachte "Glücksräder" mit Überraschungen wie "Du musst deinen Schläger auf dieser Bahn zwischen die Oberschenkel klemmen und darfst nur so schlagen". Zusätzlich dazu spielt man das gleichzeitig - sprich jeder Spieler erhält einen Ball in einer anderen Farbe und es wird reihum geschlagen. Mal was ganz anderes. 
Oh… Kommerz … die Runde Minigolf für 2 Erwachsene und ein Kind schlägt mit 40$ ins Kontor! Wer nach Orlando fährt, braucht besonders dicke Brieftaschen. 

Adventure (Mini) Golf

Ich zeig dem Papa mal, wie man Mini Golf auf Kunstrasen spielt

So so... Alligatoren?

Kleine Baby-Alligatoren!

Ob man das artgerechte Haltung nennt?


Jetzt wurde es in der Nachmittagshitze Zeit für ein Eis und eine Lehrstunde über Porttionsgrössen für Eiskrem in Amerika. Es gibt zwar fast überall nur Softeis, wenn man nicht grade einen Baskins/Robbins- oder Häagen Dasz Laden findet, aber das tut dem Genuss keinen Abbruch. Mutig bestellten meine Frau und Junior eine mittelgrosse Portion, während ich mich klugerweise für die kleine Portion begeistern konnte. Mittel ist für den durchschnittlichen Europäer eine vollwertige Grossmahlzeit. Es ist reichlich viel Eis. Kaum zu schaffen.   

Eis! Eis! Eis!


Anschließend haben wir uns noch Tickets für Seaworld besorgt. An einer der zahlreichen "Discount-Tickets" Stationen. Discount gibt es dort nicht wirklich. Die Preispolitik der Parks ist so rigoros, da geht gar nichts. Und für nur 225$ haben wir 3 Tagestickets für Seaworld erstanden. Nur Kinder unter 2 Jahren sind frei. Alle anderen zahlen bitte voll. 



Jetzt konnte der Tag mit einem Abstecher in den Pool und einem Family-Dinner in einem  netten Restaurant enden. 

Pulled Pork Dinner!

Pizza - American Style


Mittwoch, 1. Juli 2015

Ein Tag am Meer.....

Ich bin ja eh' ein Mensch mit dauerhafter, seniler Bettflucht oder ein chronischer Wenigschläfer. Also wurde ich wieder deutlich früher als meine Familie wach. Gelegenheit also meinen gestern neu erworbenen Laufschuhe einzuweihen und auf dem Mall-Gelände neben dem Hotel ein paar Runden zu drehen. Der Mensch am Hotelempfang hatte das empfohlen, da sonst eine Laufstrecke rund um das Hotel eher nicht so dolle sein sollte. Ausser man mag direkt neben dem Highway joggen. 

Rein in die Schuhe, raus aus dem Hotel und rein in die Schwüle des floridianischen Morgens. Uff…. Die Runde auf dem Mall-Gelände war knapp 1,3 km lang und man braucht keinen iPod. Die Shoppingdudelmusik der Anlage lief scheinbar 24 Std. am Tag durch. Energiesparen ist der Amerikaner liebstes Hobby definitiv nicht. 

Als einziger Mensch zog ich meine Runden, bis die ersten Angestellten bei Nike gegen 7:00 Uhr morgens eintrudelten. Ich schwitzte wie blöde. Und dann fing es auch noch an zu regnen und ich machte mich zurück ins Hotel. Immerhin gab es in der Mall auf der Laufrunde einige frühmorgendliche Begegungen mit der hiesigen Tierwelt: Hasen, Eichhörnchen, Libellen, diverse Vögel und Waschbären, die die Mall Mülleimer durchsuchen. 

Nach der Laufrunde ging es zum Hotel zurück, unter die Dusche und auf zum Frühstück. Und an dieser Stelle hat mich unser Hotel wirklich überrascht. Statt der sonst üblichen verpackten, industriellen Zimtschnecken und einer Kanne Kaffee, gab es  wirkliches Frühstück. Ein Wärmebehältnis mit Eiern und Würstchen. Bagel, Muffins und andere süsse und kernige Brotsorten, sowie süsses Gebäck, Einen Waffelautomaten - zu dem komme ich gleich nochmal - verschiedene Sorten Marmelade und Frischkäse. Handgemachten Obstsalat sowie eine kleine aber feine Auswahl an Kaffee (light, bold und decaf) und Tee. 



Das "magische" Waffeleisen!
Waffel mit Ahornsirup..... lechz!

Wonderful breakfast! Nix mehr mit "Continental breakfast" in den Motels und Hotels!



Das Waffeleisen hatte meine Aufmerksamkeit sofort geweckt. Neben dem Backgerät stand ein Spender für und mit Waffelteig, den man wie aus einem Bierfass per Hahn in einen Messbecher zapfte. Den Inhalt des Bechers ins Waffeleisen kippen, Deckel zuklappen und dann das Waffeleisen in der Vorrichtung um 180 Grad drehen und der automatische 2 Minuten Backvorgang startete von allein. Eine Countdown Uhr zeigte die noch verbleibende Zeit an. Dann piepst das Waffeleisen, man dreht wieder um 180 Grad zurück und hat nach dem Aufklapppen eine perfekte, riesengrosse Waffel für den Verzehr. Ok, das macht ein wenig Bechermüll ist aber saucool, das Maschinchen.  

Nach dem Frühstück packten wir unsere Badehosen und zogen los, den Strand zu besuchen. Der freundliche Mensch an der Rezeption hatte uns mit einer lokalen Karte und guter Wegbeschreibung ausgestattet, so dass wir problemlos an den Strand kamen, wo man sogar kostenfrei parken darf. Unter der Woche und nach Memorial, außerhalb der Saison, ist dort auch nichts oder fast nichts los. Nach dem wir ein Stück der Holzpromenade gefolgt sind kamen wir in einem Bereich, der von Lifeguards (ja, genau wie in Baywatch) bewacht ist.  

Es war relativ stürmisch und die Brandung bzw. Strömungsverhältnisse sehr tückisch. Die Rote Flagge wehte, aber baden war trotzdem erlaubt. Was am Vortag dazu geführt, dass die Lifeguards 7 Personen aus Seenot retten mussten. Wohlgemerkt an nur einem Tag!  Das Meer selber war überraschend warm und angenehm. Es schwamm zwar viel Grünzeug (Algen aller Arten und Formen sowie eine menge Seegras) darin herum, aber es machte trotzdem eine Menge Spaß. Tiefer als bis zur Hüfte ging ich trotzdem nicht herein. Mein Respekt vor dem Atlantik und seinen Gewalten war dann doch zu groß. Mein Großvater musste mal vor New Jersey von einem Lifeguard gerettet werden als ich noch ein Kind war. Ihn hatte eine dieser tückischen Strömungen erwischt. Ich hatte keine Lust, dass mir etwas ähnliches passiert. Man überschätzt sich schnell in solchen Dingen.  

Junior und der Atlantik


Boardwalk

Wundervolles Wetter!



Wir machten es uns im Sand gemütlich und Junior sprang wie ein angestochenes Huhn im Sand und in der auslaufenden Brandung umher. Eine leichte Brise sorgte dafür, dass man von der Sonne nicht verglüht wurde. Man konnte die Pelikane beim segeln und Fische fangen, wenn sie sich senkrecht in Wasser stürzen, beobachten. Nebenbei noch ein wenig Muscheln sammeln und Sand als Andenken für ein paar Sandsammler daheim mitnehmen und schon war der Vormittag um. Einen kleinen Lunch genossen  wir in einem typischen Strand-Diner, das hatte was wirklich amerikanisch, klischeehaftes. So stellt man sich Amerika vor. 


Mehr Klischee geht wohl nicht....

Diet Coke, BLT und Chips = perfekter Lunch am Strand!
Danach sind wir zurück zu unserem Hotel, machten einen kleinen Abstecher in die Minimall (gemessen an Sawgrass Mills) und besorgten uns die letzten Dinge, die wir am Vortage nicht bekommen hatten. Junior noelte schon wieder fleißig rum und den Rest des Tages liessen wir am Pool des Hotels ausklingen. Nachdem es dann ein Dinner bei den "Golden Arches" gab, war auch Junior wieder zufrieden und seine Welt wieder in Ordnung. 

Bis bald liebe Leser und bleibt mir bitte gewogen!

Donnerstag, 25. Juni 2015

Shopping Mania am Memorial Day.... der Wahnsinn ist nur eine schmale Kreditkarte!

Der Jetlag trieb auch mit uns an den ersten Tagen sein Unwesen, was dazu führte, dass unsere ganze Familie morgens um 05:30 Uhr bereits vollständig wach und anwesend war.

In unserer "Suite" im Hotel haben wir uns ausgbreitet und erstmal einen Geburtstgakaffee für meine Frau gekocht. Ich glaube, so früh ist sie noch nie an Ihrem Geburtstag aufgestanden. Die bemerkenswerte kostenlose Verfügbarkeit von WLAN in allen Bereichen des amerikanischen Lebens ist auch etwas, wo Deutschland und Europa noch viel lernen kann. In nahezu jedem Restaurant, Shop oder Gebäude mit öffentlichem Publikumsverkehr ist WLAN frei für alle Menschen verfügbar.

Also haben wir online nach einem netten Deli für unser Frühstück gesucht und auch sehr schnell eines gefunden. Dort haben wir ein erstes tolles amerikanische Frühstück geniessen können. Mit Pancakes, Speck, Eiern, Bageln, uvm. Bis wir kugelrund gefuttert wieder raus sind aus dem Laden. Um gleich nebenan zu erleben, was Memorial Day denn wirklich heisst: Shop til you drop! 




Pancakes, Cheese Omelette und Obstsalat

Tower Deli in Plantation, Ft. Lauderdale



In den vielen kleinen Läden rund um das Deli, gab es beim Sportgeschäft für Triathleten einen "Memorial Day" Sale!. Um 09:00 Uhr morgens ging es dort schon eine Stunde früher als gewöhnlich mit dem Sonntag-Shopping los. Yes, Sonntag. Und eine Gruppe von ca.20 Personen - zu 90% Frauen aus der Hardcore-Running Fraktion - stand schon vor den draussen aufgestellten Tischen mit Laufschuhen im Sonderangebot bereit. Punkt neun gab es eine kurze Rede vom Store Manager und dann den Angriff auf die Tische! Wühltischmania at ist best! Ich habe fast mit einer ersten, handfesten Prügelei zwischen den Shopping-Hyänen um ein paar Laufschuhe gerechnet, aber das blieb (leider) aus.

Nachdem wir uns dann aufgrund der wirklich sagenhaften Preise (von 159$ auf 59$ reduziert!) auch Laufschuhe gesucht hatten, kam an der Kasse die grosse Überraschung: Buy one, get one free! Nicht nur das die Schuhe grotesk günstig waren, nein, dass billigere Paar Schuhe gab es umsonst obendrauf.
So wurden aus einer 300$ Rechnung ganze 79$. Coole Sache das.....

Ok. Dann auf die nächste Shopping Mall und schauen, was man heute noch so an Schnäppchen ergattern kann. Ganz in unserer Nähe gab es die Sawgrass Mills Mall. (www.sawgrassmills.com) - unglaublich! Ich war schon ein paar Mal in Malls und Outlets, aber das übertraf doch alles, was ich bisher gesehen hatte. Das war eine Stadt für sich. Als wir frühmorgens ankamen, war es noch schön leer, aber es füllte sich sehr schnell und wurde rappelvoll. Riesige Parkplätze quollen über vor Autos. Überall gab es Memorial Day Sale Angebote in allen Variationen. Und die üblichen Ausnahmen dazu. "Nein, dieser Artikel gilt dann doch nicht für die Rabattaktion" Die Amerikaner jedenfalls haben wie die Irren eingekauft, viele hatten direkt einen Koffer auf Rollen dabei, um Ihre Einkäufe ordentlich verstaut rumrollen zu können und nicht tragen zu müssen. Und das waren keine On-Board-Trolleys mehr….. Man kauft einfach als erstes einen Koffer in einem der Läden für Taschen und Reisegepäck in der Mall (kann man an den Preistickets erkennen, die noch am Koffer hängen) und dann ab von Laden zu Lande, Outlet zu Outlet, bis der Koffer voll ist.




Das ganze Vergnügen findet in einer einzigen riesigen Indoor Arkade statt. Prima klimatisiert, während draussen die schwüle Hitze herrscht. Man verliert völlig das Zeitgefühl. Ein Phänomen, dass ich auch aus den Casinos in Las Vegas  kenne. Mit einem Besuch in einem der beiden Foodcourts wollten wir dann unseren Shopping-Wahnsinn beenden. Junior suchte sich einen asiatischen Imbiss aus. Japanisches Essen war angekündigt und es gab äusserst mittelmässiges, chinesisches Essen. 

Schwierig gestaltete sich die Suche nach einem Sitzplatz zum Essen. Ob der schieren Menschenmassen war nicht nur der Kampf um die Schnäppchen, sondern auch der Kampf um die Sitzplätze im Foodcourt entbrannt. Für solche Menschenmassen, wie an diesem Tag war selbst das ausladende amerikanische Platzangebot zu klein.  Aber mit etwas Glück erwischten wir dann noch ein Plätzchen. Gekrönt wurde das ganze mit dem Wahnsinn schlechthin: eine Kugel Eis von Hägen Dasz. In einer Waffel mit Schokorand und bunten Zuckerstreuseln. Und dem stolzen Preis von 7US$. Inclusive Sales Tax. Urks!

Um das Essen aus der Mittelmässigkeit zu reissen, poste ich es hochkant.

Tolles Plastikbesteck, wa?



Als wir nach knapp 5 Stunden und mit glühenden Kreditkarten den Palast des Konsums verliessen, waren wir erstmal voll geplättet. Wir sind zurück zum Hotel, um unser Gepäck dank Late Checkout abzuholen. Junior genoss noch ein halbe Stunde den Pool auf dem Dach unseres Hotels und dann machten wir uns auf zur ersten grösseren Fahr-Etapppe mit dem Ziel Vero Beach.





Es war ein herrliches Autofahren. Platz, Platz, Platz und ganz viele freie Fahrspuren. Ganz anders als in Deutschland. Die Amerikaner scheinen das Grundrecht auf individuelle und angenehme mobile Individualität noch in der Verfassung zu haben.

Was wir in Deutschland auch noch lernen könnten, wenn es der deutsche Verkehr zulassen würde: Rastplätze in der Mitte der Autobahn bzw. in unserem Falle des Highways. Die Ausfahrten auf der linken Seite, aus der linken von drei oder vier oder fünf oder mehr Spuren heraus, befindet sich die Service Area in der Mitte der beiden Fahrtrichtungen. Man braucht also nur einen Rastplatz und einen Parkplatz anstatt auf jeder Seite der Autobahn einen eigenen Rasthof in die Landschaft zu knallen  wie bei uns in Deutschland.


Highway Rasthaus - in the middle of the road!
Wetten, Papa, dass ich den Donut krümelfrei aus der Papiertüte saugen kann?


Ein Vorahnung, wie Maut funktionieren wird, bekommt man auch. Man fährt einfach durch eine optische Registrierung und alles wird automatisch nach Fahrtstrecke und Laenge des Highways abgebucht. Wenn man einen Mietwagen hat, braucht man sich nicht einmal zu registrieren. Man hat eine automatisierte "Opt-in" Funktion für Mietwagen. Dafür fällt zwar eine Servicegebühr von 3,75$ p. Tag (max. 19,75$ pro Mietwagen Leihe an), aber man ist voll flexibel und kann einfach überall durchfahren, ohne sich um irgendwas kümmern zu müssen. Wenn man das nicht tut, hat man ggf. viel Spass. Viele Ausfahrten an den Highways in Florida haben keine Mauthäuschen mit Personal mehr. Dort geht es nur durch optische Registrierung. Wenn man also per Maut-Cash-Bezahlung über den Highway will, kann man nur noch an Ausfahrten runter, an den auch ein Mauthäuschen zum Bezahlen steht. Und das sind nicht mehr viele.

Klimaanlage - Deppensicher

Spüle, Kaffekocher und Mikrowelle. Standard in US Hotels.

Ein Pool. War schön. Allerdings Badewannen warmes Wasser.



Nach gut 3 Stunden inkl. Rastplatz-Zeit kamen wir dann in Vero Beach an. Ein schnuckeliges kleines Hotel direkt am Highway neben einer, gemessen an unserem Sawgreass Mills Erlebnis, Mini-Mall. Hier auch wieder die gleiche Überrraschung beim Buchen per Hotwire: einer muss auf dem Sofa schlafen. 

Na ja, nicht wirklich. Die Hotels sind am Ende der Saison nicht mehr ausgebucht, die Amerikaner sehr freundliche Menschen und auch hier haben wir einen kostenlosen Upgrade auf ein Zimmer mit 2 Queen-Size Betten erhalten. 

Das vom Concierge zum Abendessen empfohlene italienische Restaurant hatte am Memorial Day leider geschlossen und so wichen wir auf ein TGI Friday's aus. Nach einer üppigen Vorspeisenplatte und Cesars Salad mit Hähnchen gab es das obligatorische Geburtstags-Ständchen vom Personal für meine Frau und ein nettes Eis als Geschenk obendrauf.

Happy Birthday Ständchen!


Todmüde vom Shoppingrausch fielen wir in unsere Betten. Allen voran Junior,  der vermutlich schon fest schlief, bevor sein Kopf das Kopfkissen berührt hatte.

 

Donnerstag, 18. Juni 2015

Going to Miami - again... and finally.....

Morgens um 5 Uhr aufstehen,  schlecht geschlafen haben und um 6 Uhr den Hotelshuttle zum Terminal 2 in FFM am FRAPORT zu nehmen gehört nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen und wird es vermutlich auch nie. 

Im Gegensatz zu meiner Family habe ich auf das Frühstück verzichtet und bin direkt in den voll gestopften Shuttlebus gestiegen.  


Äh... Wo ist er denn, der Shuttlebus?


Danach war eine Art Deja-vu oder Diner for One in abgewandelter Form: Same procedure as the day before. Mit Rücksicht auf die angefressenen Gemütszustände der Passagiere vom Vortag hat man auf die Gepäckbefragung schon verzichtet und versucht den Check-In Vorgang etwas zu beschleunigen. 

Danach Passkontrolle - wie am Vortag. Nur heute ohne lange Schlangen. Direktes Durchgehen. Zeit mal die automatisierte Passkontrolle zu testen. Fazit: Grosse Klasse. Wofür hat man sonst die biometrischen Ausweise. Dann wieder durch die Personenkontrolle, auch ohne Schlange. Obwohl beim Check-In noch lautstark angekündigt war, es sei voll, weil so viele Maschinen gleichzeitig abheben.  Irgendwie war an unserem Gatebereich nur eine Maschine unterwegs. Unsere.  

Pünktlich ging das Boarding los. Das Fluggerät selber war durchaus älterer und deutlichst abgenutzter Natur. Nix Bordentertainment für jeden. Also schon für jeden, aber alle 7 oder 8 Sitzreihen hing in der Mitte der Kabine ein 13" Monitor.  Im Programmangebot waren 3 Filme. Die man auswählen konnte. Nicht wirklich wählen. Aber man konnte wählen, ob man sie ansieht oder nicht. Ob es allerdings klug ist, einen Actionstreifen aus der "Planet der Affen" Serie zu zeigen, erschliesst sich mir nicht. Filme, die im Kino ab 12 oder 16 eine FSK Freigabe haben, haben auf einer Flugreise mit zentralem Boardentertainment für meinen Geschmack nichts verloren. In dem Flieger waren so viele kleine Kinder, die jetzt ziemlich affige Albträume haben dürften.  


Das... ja, das kleine Bunte,,, dieses Dingens oben an der Decke...
Board-Entertainment im 70er Jahre Stil!


Die Crew, wie bei USA Fluglinien im Interkontinental Verkehr üblich, so kurz vor oder bereits im Rentenalter, aber sehr nett und höflich. 

Mit mitgebrachten Tablets, Handys und Literatur liessen sich die 10,5 Stunden Flug nach Miami überbrücken. EIne ganze Menge Games auf dem Tablet hielten unseren Junior gut bei Laune. Sehr angenehm war auch die Tatsache der freien Platzwahl im Flieger. Die Maschine war maximal mit 100 Gästen gefüllt, aber eine Kabinen Crew mit 9 Personen an Board. Der Service war gut. Und mein Schläfchen in der Mittelreihe. Wobei das bei Air China auf 4 Sitzen besser ging. Die American Airlines bietet nur 3 Plätze. Also Beine einziehen.


Wer ist dieser Typ, der immer seine Visage in die Bilder hält?
Da kommen noch ein paar... 


Überraschend gut war die Verpflegung. Sehr lecker und üppig. Ganz entgegen allem, was ich im Web über das American Airlines Catering habe finden und lesen können. Siehe auch die Fotos. 

Nudeln in Tomatensauce mit Käse überbacken. Und a bisserl was drumrum.
Ich warne vor dem Granatapfelsaft. Flüssigzucker ist kalorienarm dagegen.


Irgendwann nach 10,5 Std. Flug war dann Miami in Sicht und wir landeten in schwül warmen Wetter in Florida. 
Isch komm gleisch!

... und Touchdown!


Auch hier ging die Passkontrolle und alle weiteren Formalitäten erstaunlich schnell und reibungslos ab. So hatte ich das noch nie erlebt. An keiner Passport Control Stelle war die Warteschlange länger als 3-4 Personen oder Familien. Schnell die Koffer holen und ab zum Rental Car Center den Mietwagen einsammeln. Mal kurz mit der Sky Bahn von einem Terminal zum anderen "gleiten" und wieder anstellen. 


It's a long way to the rental cars!

Riding on a (sky)-train


Kurz noch das spontan angebotene Upgrade Angebot von Mini SUV auf Luxury SUV akzeptieren und los geht’s. Fahrzeug holen. Der Upgrade erwies sich als trügerisch. Der Cadillac hatte im "Kofferraum" nicht mal Platz für 2 der 3 Familienkoffer. Nach diversen Fahrzeugbesichtigungen in der Abholebene des Parkhauses haben wir uns dann für einen weißen Jeep Grand Cherokee Limited entschieden. Wie sich zeigen sollte, eine gute Wahl. 


Jeep Grand Cherokee Limited!

Ein im wahrsten Sinne des Wortes "GROSS"-artiges Auto.


Familie rein, Koffer rein und los. In den Regen von Miami. Es schüttete wie aus Kübeln. Nettes Feature des Mietwagens: integriertes Navigationssystem. Hmpf. Wieso habe 5 Std. lang daheim mit einem US Kartenupdate für unser mobiles Navi gekämpft und 40 Euronen verschleudert? Egal. 

Auf ging es zum mit Hotwire vorgebuchten ersten Hotel unserer Reise: Sheraton Suites im Plantation Area, Nahe Fort Lauderdale. Sehr nettes Hotel, sehr freundliches personal und Dank meiner Mitgliedschaft in diversen Hotel-Bonus Programmen, bekamen wir einen kostenlosen Zimmerupgrade auf ein Double Queensize Bed Zimmer, sowie einen Late Checkout bis 16 Uhr. Letzteres erwies sich als besonders nützlich. Sonst hätte einer von uns auf der Couch schlafen müssen. Das ist einer der gravierenden Nachteil von Hotwire, die wir kennenlernen durften. Hotwire bucht Zimmer so, dass bei einer 3-er Belegung, eine Person auf einem Sofa schlafen darf. 

Neben dem Hotel kurz einen Abstecher in den nächsten Walmart gesetzt. So eine Art Mueller, Schlecker oder Drogeriemarkt mit integrierter Apotheke und halben Supermarkt. Neben den Hygiene- und Kosmetik-Artikeln (ich habe das Zeug wie Duschgel und Co. möglichst vor Ort kaufen wollen, wg. der Gewichtsthematik beim Fliegen, so Gesamtgewicht und Masse pro aufgegebenen Gepäck-Stück) habe ich ein ganzes Arsenal lange vermisster amerikanischer Süssigkeiten in den Einkaufskorb gestopft... Starburst, Twizzlers, Jelly Beans, Cookies, und noch vieles mehr. Ach ja... dann kamen noch die vermissten amerikanischen Getränke wie Gatorade in sehr ausgefallenen Geschmacksnoten und Farben dazu. Es war nicht billig, dass kann ich euch sagen.

Nach einem leckeren ersten Besuch in einem McD - Junior hatte sich das gewünscht - ging es schlafen. Brotfertig fielen wir in die Betten und schliefen fast umgehend ein. 

Noch eine unerwartete Überraschung: am nächsten Tag war Feiertag in den USA! Memorial Day! Tag des Gedenkens an die Kriegsveteranen und einer Menge anderes Zeug im Zusammenhang mit Armee und kriegerischen Auseinandersetzungen. In Deutschland ist sowas ja undenkbar.  

Aber davon mehr im nächsten Blogeintrag. Bis dahin bleibt mir bitte gewogen, liebe Leser!