Samstag, 19. September 2015

Von Titusville über Naples und Miami nach Marbach.... der letzte Teil der Florida Rundreisen Saga Erzählung...

Seit ich mich von der People Fotografie am Ende des letzten Jahres entfernt habe, sprich: ich habe es drangegeben, verbringe ich deutlich weniger Zeit am Rechner und im Netz als vorher.

Das tut mir als Mensch und Familienvater echt gut, aber richtig gut für mein Blog ist es nicht. Es dauert immer wieder und immer länger, bis ich aufraffe und endlich meine Blog Einträge schreibe.

Es ist ja nun schon ein paar Wochen her, aber ich will dann doch noch den letzten Rest von der Florida Rundreise hier beschreiben, damit es auch alles ein gutes Ende findet.

Nach dem überwältigenden Besuch des Kennedy Space Centers wollten wir die letzten Tage in Ruhe verbringen und etwas wirkliche Erholung einstreuen.

Von Titusville machten wir uns auf und hatten die einzige wirklich lange Etappe zu fahren. Es ging nach Naples. Die Fahrt an sich lief sehr ereignislos. Die üblichen Raststellen Stops, schön leere Autobahnen und gemütliches Cruisen.

Viel Platz für grosse Autos....

... da macht fahren Spass!

Gewitter von rechts!




Etwas länger fiel die Pause in Sarasota aus, wo wir für 2 Runden Adventure Golf in einer Piratenlandschaft angehalten haben. Unserem Junior wollten wir nicht den ganzen Tag ununterbrochen im Auto zumuten. Ausserdem bekamen wir einen guten Eindruck davon, was uns in den nächsten Tagen erwarten sollte: schwüle Hitze! Der Wechsel von der Atlantik Küste zur Golf Küste macht einem dann doch zu schaffen, zu unserer gewählten Jahreszeit.

Minigolf mal wieder anders

Alles im Piraten(schiff)-Look

Gespielt wird auch hier auf Kunstrasen

Smugglers Cove Mini Golf Infos...


Irgendwann am späten Nachmittag trudelten wir dann in Naples ein. Zimmer beziehen und ab in den Pool war das einzige, was wir noch wollten. Dummerweise entpuppte sich der Pool als echte Badewanne, gross und schön, aber fast körperwarm. Uah! Da war nicht mehr viel Erfrischung über. So machte es einen Eindruck nach "Kinderwanne mit reingepullert" und es hatte sich noch kein Pool in Florida so angefühlt. Trotz das wir im Ramada Hotel abgestiegen waren.

Ramada Hotel in Naples


Schöne Zimmer, nichts zu mäkeln!


Das Abendessen war eher enttäuschend und führte uns zu einem thailändischen Restaurant in Naples. Wir haben die Prunk und Protz Ecken von Naples bewusst gemieden.

So langsam sehe ich auch entspannt aus beim Abendessen

Thailändisches Nudelgericht. Schmeckte leioder
nicht so toll wie es aussah!

Ein wenig Glutamat in Reinform und dazu "Nachwürz"-Sossen.
Eine schöne Schärfe tröstet über mangelnden Geschmack oftmals hinweg.


Der ganze Ort riecht nach Geld. Und man zeigt was man hat. In Richtung Strand gab es neben dicken Häusern auch ziemlich viele, ziemlich dicke Autos. Das war mir dann doch schon wieder zuviel. Als neidgezüchteter Deutscher kann man dort seine Probleme mit dem zur Schau gestellten Prunk und Pomp und Geld, dass wie Gras aus der Tasche wächst bekommen.

Es ging geruhsam zu. Wir verbrachten den nächsten Morgen am Strand. Aber auch nur den Morgen. Die Sonne grillte uns am Strand derartig durch, dass wir Mittags die Flucht ergriffen und einen netten kleine Pizza Laden aufsuchten. Leckere Hoagies und Pizza. Der Eigentümer selbst hinter dem Tresen, ein ehemaliger Wall Street Banker aus dem Investment Bereich. Er war ausgestiegen, hatte sich den Laden organisiert und lebte happy in dem Ort der reichen Rentner, der pro 500 Einwohner einen Golfplatz besitzt. Nachdem die Klimaanlage des Restaurants uns auf Normaltemperatur gebracht hatte, wollten wir wieder los. Aber das war nix. Die Hitze draussen war nicht auszuhalten und so verzogen wir uns noch etwas in die nahe gelegene Mall und genossen weiter die klimatisierte Shoppingwelt.

Der Strand. Sehr schön.

Das BvB Handtuch wurde auch in Florida gezeigt!

Hinter Palmen versteckt liegen die Strandvillen.


Valentino's Pizza & Hoagies
Sehr empfehlenswert!

Typisch amerikanisch Ambiente.

Sonnenuntergang am Strand von Naples....

.... zieht täglich eine Menge Schaulustige an.


Am Abend gab es dann den totalen Schock für mich.... An dieser Stelle bekenne ich mich offen dazu: ich bin ein riesiger Fan der Serie "Big Bang Theory" und in Naples gleich neben der Mall war ....... und Tusch.... eine Filiale der "The Cheesecake Factory" .... kleiner Ausraster vor Freude und Abendessen dort. Uff.... was war das denn? Das sah aber gar nicht aus wie die Cheesecake Factory, die man aus der Fernsehserie kennt.... Du keine Kellnerin, die aussah wie Penny oder Bernadette. Nicht mal annähernd. Denn man trägt dort auch keine Uniform, wie sie in der Serie gezeigt wird. Alles vollkommen anders. Aber trotzdem: superschön, super leckeres Essen in üppigen Portionen. So das wir direkt beschlossen haben auch am nächsten Tag dort wieder zu Abend zu essen.

The Cheesecake Factory

So sieht es von innen aus.


Der nächste Tag brachte bedeckten Himmel, mir eine morgendliche Joggingrunde am Strand und einen Tag im Zoo von Naples für meinen Junior. Unter schattigen Bäumen und bei "ohne Knallsonne" konnte man den Tag wirklich geniessen und aushalten. Anbei ein paar Impressionen aus dem Zoo, der mit  jeder Menge Tierpräsentationen mit Show Charakter aufwartet. Alles unspektakulärer als Seaworld und sicher angenehmer für die Tiere. Aber es hinterlässt auch hier einen faden Beigeschmack. Überzeugen kann der Zoo mit seinen Affengehegen, die alles kleine Inseln in einem grossen See sind und wo man die Besucher mit Böötchen rund um die Inseln fährt, damit man die Affen beobachten kann. Keine Zäune. Nahe dran und wirklich nett.

Spass mit einem 2-Zehen-Faultier

Dieser kleine Igel entpuppte sich als Womanizer

Welche Frau kann diesem Blick widerstehen?


Warten auf das Boot zu den Affeninseln


Das Boot und sein Käptn!

Äh? Schon wieder Gaffer an meiner Insel?

Affen-Lunch-Break

Turnen über der Wasserlinie

Giftschlangen hautnah! 



Hinterher haben wir die berühmte Eisdiele in Naples aufgesucht. Endlich mal richtig Eis und keine Softpampe. Selbstgemachte Eishörnchen. Unendlich viele leckere Sorten und das ganze Lokal ein rosafarbener zuckersüsser Traum mit sehr netten Menschen, die einen in ein Eisparadies entführen. unbedingt zu empfehlen. Nebenan der erste Heimatblick: das Black Forest Restaurant. Eindeutig deutsch. Kölsch. Currywurst und andere Leckereien von daheim. Leider war es geschlossen als wir dort vorbeikamen.

Ein klassische Eisdiele

Im Stile eines Diners und zuckersüsses Rosa an den Wänden

Na, wenn das mal keine deutsche Lokalität ist....

Sie hätten wenigstens richtiges Bier anbieten können!

Aber: es gibt Curry Wurst!

Das Ende unserer Florida Tour näherte sich mit Riesenschritten. Es ging am nächsten Tag zurück nach Miami. Quer durch die Everglades. Und mit Stop an einer Alligatoren-Farm. Leider.

Swampbuggy kannten wir schon. Gähnend langweilig und Garantie für ätzende, lange juckende Mückenstiche übelster Sorte. Propellerboot fahren? Ist nix für Junior. Viel zu laut trotz Gehörschutz.
Also nur rein zu den Tiergehegen. Das war man zu sehen bekommt, war leider erschreckend.

Eine Alligatorenvorführung, wo nur 5 deutsche Touris inclusive uns zuschauten. Der Mann machte das alles professionell und liess immer Pausenbei seinen Ausführungen, damit ich für alle übersetzen konnte. Stolz zeigte er sein narben und trieb allerlei Schabernack mit eine durchaus furchteinflössend grossen Alligator. Am Ende wird man dann zum Alligator kuscheln "gezwungen".

Alligatorenfarm!

Show-Alligator

Das Tier macht schnapp und beim Typ ist was ab!
Wenn er nicht gut aufpassen würde. Ist aber schon einige Male
bei der Show gebissen worden. Wie seine Narben zeigten....

Kiss a Gator! Nix für Touris!

So... Aligator-Halten für Alle zum Abschluss!

Aufzuchtbecken mit bedrohlicher Enge

Die Geier waren auch schon da!

In diesen Boxen hielt man ausgewachsene Raubkatzen wie
z. Bsp. einen Florida Puma.

Artgerechte Haltung stelle ich mir anders vor.

Home of a gator!

Die Terrarien-Ecke mit Giftschlangen Exponaten!
Das Ambiente sprach für sich. Man sollte es besser lassen.

Ansonsten wartete man mit ein paar stark vernachlässigten Terrarien für Giftschlangen, kleinen Gehegen mit Raubkatzen diverser Grössen und 2 sibirischen Tigern in einem fast schattenlosen Gehege auf, Die Hinweise, dass man neue Gehege plane und die aktuellen schon grösser und luxuriöser sein als der Gesetzgeber vorschreibe überzeugen den Besucher nicht wirklich.

Wir verliessen den Ort gefühlter tierischer Grausamkeiten und fuhren weiter in Richtung Miami.

Ein letztes Abendessen im TGI Fridays, eine letzte Hotelübernachtung im nirgendwo von Plantation  und einem Frühstück im Tower Deli, der Stelle, wo unser Trip begann, endete er auch. Auf zum Flughafen, den schön üppig riesigen und an mein Herz gewachsenen Luxus SUV wieder abgeben und dann gings zum Heimflug. Natürlich nicht ohne 3 Stunden Verspätung. American Airlines bietet echt was fürs Geld. *Grummel*

Ob das so wirklich ein Fun Fact ist?

Das letzte Dinner musste ein typisch amerikanisches Steak sein.


Das grossartige Tower Deli im Plantation District of Miami.

Das schlechteste Flugzeug Essen, an dass ich mich überhaupt in meinem
Leben erinnern kann: Maccaroni & Cheese von American Airlines!
Die Airline sollte sich schämen, sowas zu servieren.


Epilog

Nein, so einfach ging es dann doch noch nicht zu Ende. Dieser Urlaub hatte einen Fluch auf Hin und Rückreise. keine Ahnung warum. Aber als wir denn mit Verspätung in Deutschland gelandet war, ging die Horror Odysee noch weiter. Die Deutsche Bahn wollte American Airlines in Nichts nachstehen und hatte aufgrund eines "Personenschadens im Gleis" irgend wo bei Bonn mal wieder das Totalchaos im ICE und IC Verkehr. Eine Störung und in ganz Deutschland bricht der gesamte Fernzugverkehr zusammen. keine Reservierung, übervolle Züge, Umsteigeorgien ohne Anschlüsse, das volle Programm. Auch der deutsche Kundenservice - warum soll ma denn auch Kunden an der Theke vom Bäcker bedienen, wenn man sich vor dem Backoffen mit einer Kollegin unterhalten kann - hatten mich nach nicht mal 30 min. schon wieder in den Amoklauf Modus befördert. Ich hätte direkt wieder zurück gewollt nach Amerika. Nicht mit American Airlines, aber wieder zurück.
Irgendwann hatten wir es nach Stuttgart geschafft. Da schlägt der schlechteste, teuerste und elendigste ÖPNV Verkehrsverbund Deutschlands, den ich kenne, wieder zu. Ja, ich weiss, ich wiederhole mich, aber es wird auch nix besser in Benztown - trotz grünem Bürgermeister der vor seiner Wahl, scheinbar von irgendwas mächtig berauscht, noch gross von "attraktiver machen" faselte. Siganlstörung, Kirchentag und das S-Bahn Netz in Stuttgart war die Hölle, 2. Teil. und irgendwann doch... nach mehr als 6 Stunden statt regulär 2,5 Std. hatten wir es vom Frankfurter Flughafen nach Marbach geschafft. Wir waren wieder daheim.

Fazit: Florida ist immer eine Reise wert und mit einer untypisch deutschen Entspannungshaltung kann man dort viel Spass haben.

Noch ein paar nette Sachen zum Schluss:
Exotisches in der Gemüseabteilung: Boniato & Yam.

Das Kühlregal mit Dosenbier in einem Supermarkt

Das ist ne Chipstüte für den laaaaaaaaaaangen Filmabend

Tequila rein und gut. Knapp 5l Instant Magarita!

Ihgitt!

Ihgitt - Teil 2

Ich habe den Grössten!
Wagen auf dem Hotel-Parkplatz!
Leider war es nicht unser Fahrzeug.

Getränkeautomat mit Kreditkartenzahlung

St. Pauli Girl Bier.... das kenne ich nicht mal aus Deutschland.


Vielen Dank liebe Leser, dass Ihr es mal wieder mit mir ausgehalten habt. Vielen Dank, dass Ihr die Geduld aufgebracht habt meine Florida Memoiren von Anfang bis Ende zu lesen. Bitte bleibt mir gewogen und bis bald!  

Montag, 24. August 2015

Kennedy Space Center - die Weiten des Alls

Der Weltraum. Unendliche Weiten….. Das Kennedy Space Center sollte unser nächste Ziel sein.  Doch noch waren wir in Orlando.

Ich nutzte am frühen Morgen die Gelegenheit zu einer ausführlichen Joggingrunde und sah mir die Umgebung unseres Hotels zu Fuss an und genoss die morgendliche Kühle beim Training. Sofern man denn von Kühle in Orlando sprechen mochte. 

Nach einem gemütlichen Ausschlafen der restlichen Familie in unserer 4-Sterne Luxusherberge checkten wir dann aus und gingen zum Frühstück in ein "Dennys". Typisch amerikanisches Diner, wenn auch Systemgastronomie, aber lecker und mit gutem Service. 

Wir starteten den Versuch mal ohne Hotwire zu buchen und suchten in der Masse von Voucher und Werbeheftchen, die wir in der Zwischenzeit eingesammelt hatten, was passendes zu finden und erkoren das Best Western Space Shuttle Inn zu unserem neuen Ziel und temporären Heim. 

Die Fahrt war relativ kurz - von Orlando nach Titusville ging es relativ fix. Und da war es - das Best Western Space Shuttle Inn. Wir waren im amerikanischen Klischee gelandet. Typisches Highway Motel. 2 Stockwerke. Uralt-Zimmer. Dunkel. Eng. Und einen Teppich, der zu Zeiten der Grossväter meines Urgroßvaters mal flauschig und hygienisch war. Und es kostete nur erstaunliche 79$ pro Nacht plus Tax…. Dagegen war das Westin dann wohl trotz aller "hidden costs" ein Schnäppchen. 

Egal. Da mussten wir jetzt durch und es geht auch mal für 2 Nächste ganz einfach.  


Willkommen im amerikanischen Klischee



 Den Rest des Nachmittags starteten wir mit einem Besuch bei Dairy Queen und einem pappsüssen Softeis mit viel Hot Fudge. Danach war uns allen erstmal ordentlich schlecht vom Zuckerschock. Da wir nur 6 Meilen weg vom Kennedy Space Center wohnten, sind wir dort auch gleich mal vorbeigefahren, um zu schauen, wo wir am Folgetag hin müssen. Zum Abschluss noch einen Abstecher ans Wasser - die grosse Wasserfläche zwischen Cape Canaveral und Festland anschauen. Pelikanen beim Fischen zusehen und kurz ein frei-lebendes Manatee entdecken. Es war ein runder Tag.

Da hat einer sein Boot "vergessen".....


Am nächsten Morgen war es soweit. Früh aufstehen. Früh frühstücken und früh am Kennedy Space Center (KSC) sein, damit wir viel sehen können. Das Inklusive Frühstück unserer Herberge hatte das Niveau der Zimmer nicht übertreffen können oder wollen. Ein für das Motel viel zu kleiner Frühstücksraum und ein "Na ja" Frühstück. Es gab Kaffe, Tee, Saft, Cornflakes, Toast, Bagel, Creamcheese, Marmelade, Würstchen mit Gravy (sah beängstigend aus und war eines der wenigen Dinge, die ich nicht freiwillig probiert hatte), die übliche Waffelmaschine, Früchte (TK noch gefroren oder Fruchtcocktail aus der Dose) und eine Pfannkuchen-Maschine, die halb rohe Pfannkuchen auswarf. Das ganze kam aus einer Küche, die jeden deutschen WKD Mitarbeiter an der Ausübung seines Berufes hätte verzweifeln lassen. 

Breakfast Extravaganza!


Das ganze Thema sorgte aber dafür, dass wir wirklich früh loskamen und auch früh ankamen. Die Überraschung des Tages an diesem Morgen hatte unser Fahrzeug für uns parat. Nach der 2. Ampelkreuzung machte es "Bing" und ein rotes Lämpchen in Form des Motorsymbols leuchtete engagiert auf. Wie schön. Warum muss das immer in Florida passieren? Bei unserer ersten Florida-Rundreise mussten wir wg. eines Defektes damals auch den Wagen tauschen. Und bei all den Mietwagen, die ich in den letzten 20 Jahren im Beruf und privat hatte, gab es nie so etwas. Selbst im hintersten Eck der Tschechischen Republik im tiefsten Winter gab es solche leuchtenden Motor-Dinger auf dem Amaturen-Brett der vollkommen vereisten Opel-Corsas nicht. 

Wie dem auch sei. Wir fuhren die letzten Meilen zum KSC und stellten das Fahrzeug dort ab. Ticket und Explore-Tour für 11 Uhr morgens am Self Service Ticketautomaten gebucht und dann mal weiter sehen. Doug, einer der freundlichen Besucher Guides am Anfang liess mich dann mit der Mietwagenfirma telefonieren. Road Side Assistance.  

Mietwagenfirma:
- Ja, ich kann Ihnen jemanden schicken.  
- Nein, das wird nicht so schnell gehen.  
- Haben Sie eine Tour gebucht? Ok. Dann rufen Sie uns doch danach wieder an und wir schicken dann jemanden.  
- Macht das Auto irgendwelche Geräusche? Fährt es sich irgendwie anders? Nein? Dann können Sie auch nach Melbourne zum Flughafen fahren und dort das Auto tauschen. 
- Ja. Das können Sie machen, auch wenn es über 50 Meilen weit sind.  
- Nein, wir können da nicht Bescheid sagen, dass sie ihr Auto dort tauschen wollen, sowas machen wir nicht. 

Also dann. Auf in die wunderbare Welt des Alls. Schnell noch 2 Audio Guides für meine Herzdame und Junior organisiert, damit die beiden auf deutsch mit Infos versorgt werden und dann los. Zuerst das Atlantis Center besuchen, da dort nachmittags eine Vereidigungszeremonie für neue Astronauten stattfinden wird und das Exponat teilweise nicht oder nur schwer zugänglich sein wird. 

Wow! 

Willkommen bei der NASA

Eingang mit Raketengarten im Hintergrund


Das Wort beschreibt nicht einmal annähernd, was dann den Rest Tages dort auf uns wartete. Es ist beeindruckend. Gigantisch. Interessant. Hervorragend präsentiert. Es ist nur unglaublich. Das echte Space Shuttle Atlantis hängt als Exponat an der Decke und man kann drumherum laufen. Überall kleine Ecken mit Infos und Aktivitäten rund um das Shuttle Programm. Gigantisch. Eine Kopie vom Hubble Teleskop in 1:1 gab es dort auch. In einem Pfad rund um das Shuttle Exponat arbeitet man sich nach unten und bekommt es von allen Seiten zu sehen. Traumhaft! Wie üblich in den USA verlässt man dann das Gebäude durch einen Souvenir-Laden. Das ganze war deutlich weniger kitschig und aufdringlich als in Seaworld. Und zu moderateren Preisen - man hat die Abzocke hier mal nicht massiv etabliert. 


Space Shuttle Atlantis
Die "Howard Wolowitz"- Gedächtnis Toilette!
Bequem siehts nicht aus. Immerhin geht nix daneben,
dank Unterdruck.


Wir mussten uns dann schon fast sputen, um unsere Tour um 11 Uhr zu erreichen. Gott sei Dank, fahren die Tour Busse direkt neben dem Atlantis Gebäude ab. Wir hatten die Tour zu den Abschussrampen gebucht und durften dann im Bus das riesige Nasa Gelände teilweise "erfahren". Die Guides erzählen wahnsinnig viel zur Geschichte und zum Programm der Nasa. Was man gemacht hat, wie es sich entwickelt hat und wie die Zukunft der Nasa vermutlich aussehen wird. Grosse Teile der Abschussrampen kann man nicht besichtigen - speziell vom Apollo Programm - da diese im militärischen Bereich von Cape Canaveral liegen und dieser Teil auch mit Tour Bus nicht zu besichtigen ist. Man kann das gar nicht alles wiedergeben, was man dort zu sehen und erzählt bekommt. Der Bus hält mehrmals und man kann aussteigen. An den Stellen, wo die Shuttle-Starts gefilmt wurden und auch an dem riesigen mehr als 160m hohen Gebäude, wo Raketen und Shuttle gebaut wurden und dann senkrecht stehend herausgefahren wurden. Unglaublich!  





Am Ende der Tour kommt man dann zu einem Gebäude, in dem eine echte Apollo Rakete als Exponat ausgestellt wird und man alles rund um die Apollo Missionen und die Mondlandung erfahren kann. 
Überall stehen Nasa Ingenieure an den Exponaten, denen man Löcher in den Bauch fragen kann, wie was wo wann funktioniert hat und so weiter uns sofort. Die Menschen bei der Nasa haben einen unglaublichen Stolz auf Ihre Arbeit und eine fantastische Leidenschaft für Ihre Arbeit, wenn sie davon erzählen. Es ist faszinierend (Sorry, Mr. Spock) 

I got the power!
So ein Apollo Triebwerk-"Auspuff" haben manche nicht mal als
Gartenhäuschen. Da kann ich locker aufrecht drin stehen.

Die Jungens hatten Mut. Damals. Ich hätte mir vor Angst in die Hosen gemacht,
wenn ich in der Minikapsel vom Himmel hätte fallen müssen.

Unsere Zeit reichte danach noch für einen Schnellspaziergang im "Raketengarten" und einen IMAX 3-D Film über die letzte Space Shuttle Mission zur Reparatur des Hubble Teleskops. Wahnsinn! Man hatte damals im All mitgefilmt. Direkt um diesen Streifen zu drehen. Fantastisch! Begeisternd. Mir fehlen die Superlative, um das zu beschreiben. 

3D Imax... Wenn die olle Brille nicht wär....


Man hat Gelegenheit sich neben einem Komparsen in einem echten Raumanzug ohne Gebühr fotografieren zu lassen (die arme Sau im Anzug… bei den Temperaturen in Florida.) Für die totalen Weltall Freaks gibt es eine tägliche "Meet an Astronaut" Session. Autogrammstunde mit Astronauten. Und noch vieles, vieles mehr. 

Es ist sicherlich an meinen Worten zu merken, dass ich hemmungslos begeistert bin und war von diesem Tag im Kennedy Space Center. Es war das Highlight in Florida für mich und hängt alle Vergnügungsparks in und um Orlando für meinem Geschmack um Längen ab. Aber ein Tag war mal wieder zu kurz, um alles sehen zu können. 

Dann holte uns die Wirklichkeit wieder ein. Die Hoffnung, dass unser Mietwagen sich "erholt" hätte, verflog. Das Lämpchen leuchtet noch und es machte wieder "Bing" beim Starten des Fahrzeugs. Also auf nach Melbourne (nee, nicht Australien, es gibt ein Kaff in Florida, dass auch so heisst) zum "International Airport". Ein knappe Stunde Fahrt, die reibungslos verlief. 

Dann schickte man mich noch kurz zum Tanken, da es besser sei, dass Fahrzeug vollgetankt abzugeben. Und schon tauschte man uns unseren schönen Jeep Grand Cherokee Limited gegen einen Dodge Durango. 

Ein Kleinwagen ist es nicht, der Durango.



Digital Bling Bling Cockpit.


Baugleiches Auto. Nur etwas mehr Kofferraum. Silber statt weiss. Schwarzes Leder statt hellem beige. Einen Drehknopf für die Automatik in der Mittelkonsole statt eines Schalthebels. Anderes Design der Navigationssoftware. Anderes Design der Armaturen. (Waren weitestgehend digitale Armaturen; lediglich Drehzahlmesser, Temperaturanzeige und Tankanzeige arbeiteten noch analog.) Nochmal eine Stunde zurück nach Titusville und alles war erledigt. Aber die Sitzlüftung in den Ledersitzen des Jeep, die habe ich schmerzlich vermisst. 


Mit einem netten Abendessen im Steakhaus direkt neben unserem Motel schlossen wir einen grossartigen Tag ab. Und das Abendessen hat das Niveau des Tages gehalten. Als Motel Bewohner bekommt man dort 2for1 Margheritas und eine Portion Zwiebelringe gratis. Ein hervorragend über offenem Buchenholz gegrilltes Steak war ein würdiger Abschluss.

Die Empfehlung in Titusville: das Steakhouse!


So.... jetzt ist bald der ganze Trip aufgearbeitet. An einem letzten ausführlichen Kapitel über Naples und den Heimflug muss ich dann noch schreiben. Vielen Dank für das Lesen meiner Urlaubsaebnteuer und bitte bleibt mir gewogen, liebe Leser!

Sonntag, 26. Juli 2015

Ein Geldstaubsauger namens "Seaworld".....

Endlich war es in Orlando so weit - eine Haupattraktion stand an: der Besuch von Seaworld.

Unser Junior ist ein Fan von Aquarien und Fischen und Tieren sowieso. Aber das haben vermutlich alle Kinder gemeinsam. Ansonsten ist er eine ziemliche Bangbüx, so dass ein Besuch von Universal mit den ganzen Fahrgeschäften keinerlei Sinn macht. Disney World war - so dachten wir vorher - extrem teuer. Dort hätten wir allein rund 350 US$ nur für den Eintritt für einen Tag gebraucht.

Also bin ich morgens um 6:00 früh aufgestanden, habe mich fertig gemacht und bin dann los ein Frühstück für uns zu organisieren. Nach etwas herumirren, weil das Navi mich zu einem nicht mehr existierenden Deli lotsen wollte, bin ich an einer Tankstelle mit Shop fast direkt neben dem Hotel gelandet. Da wo die Sheriffs Ihre Bagel kaufen, kann das dass Frühstück so schlecht nicht sein. Mit 3 Portionen Obstsalat und 3 Vollkorn Bagel mit Streichkäse im Gepäck ging es zurück ins Hotel. Schnell noch 3 Tickets für den Shuttle Bus vom Hotel zu Seaworld am "Attraction desk" in der Hotel-Lobby abgegriffen und dann ging es auch schon los.

Zumindest fast. Mr. Murphy hatte ein kleines Morgen Tet-a-tet mit unserem Junior und er bekam einen seiner Tobsuchtsanfälle, weil er seinen Rucksack mit all seinen Spielsachen und seinem Malbuch doch bitte nicht mitnehmen sollte. Danach fiel ihm ein, dass er dann zumindest seinen Fotoapparat mitnehmen wollte, von dem nicht wusste, wo das Teil denn ist. Und wenn 7-jährige Jungs einen echten Tobsuchtsanfall kriegen, muss man sie an Händen und Füssen gepackt aus dem Zimmer schleifen, sonst geht da gar nichts. Oder man lüsst seinen Shuttlebus, der nur einmal morgens um 8:00 Uhr fährt sowie die 225$ für Seaworld Tickets sausen. Unter Gbrüll, Geheul und massiven Widerstand haben wir ihn dann doch noch grade rechtzeitig zum Bus bekommen. Dort verflog die Wut auf der Stelle, da im Bus ein Disney Film über zahlreiche Bildschirme flimmerte und dazu eine atemberaubende Lautstärke auch das gehrin aller Erwachsene im Bus vernebelte. Ganz abgesehen von der "Eisfach" Einstellung der Klimaanlage.


Nach rund 20 Min Fahrt sind wir am Park angekommen. Dort gab es die nächste Überraschung. Entgegen aller Information aller Broschüren und der Seaworld Website darf man doch Wasser in Plastikflaschen mit in den Park nehmen. Entgegen der üblichen No-Food-And-Drink-Policy. Prima…. Wir hatten brav folgend alles daheim gelassen.

Nach einer Taschenkontrolle und einem Ticketscan waren wir dann ruckzuck im Park. Bei einigen Personen hat man nach dem Ticket Scan tatsächlich einen Fingerabdruckscan und ein Foto gemacht. Ganz wie bei einer Einreise in die USA. Warum hat sich mir nicht erschlossen. Wir mit unserem "Discount"-Tickets waren davon zumindest nicht betroffen.

Und auf ging es in den Park. Das erwartete Tiervergnügen kommt mitttlerweile relativ kurz in Seaworld. Das ganze Thema ist zu einem Vergnügungspark mit tierischen Beiwerk verkommen. Man verfügt jetzt über 3 Achterbahnen und eine Wildwasserbahn mit Achterbahn Charakter. Es gibt eine reihe von Shows, in denen ein paar Tiere auftreten dürfen. Ansonsten ist das Thema Meereswelten doch ziemlich untergegangen im Park. 

Es gibt Tiere im Park! 

Es gibt auch Fische!

Das Thema Kommerz hat alles überrollt. Für fast alles im Park darf man extra zahlen, und das üppigst. Delphin Begegnung gefällig? Mit 145$ pro Person bist du dabei. Und so weiter und so fort. Wenn es mal irgendwo Tiere gab, gab es dazu auch gleich einen Themenshop, direkt abgestimmt auf das jeweilige Tier.

Eine Essen-Flatrate für das Essen im Park für 35$ p. Erwachsenem plus Tax. An jeder Ecke Nippes und Merchandise zu horrenden Preisen. Getränke und Speisen zu hohen, aber oft noch knapp an der Schmerzgrenze liegenden Preisen. Ein Fläschen Wasser kostet 3$, so wie alle anderen Softdrinks auch. Burger ab 12$ und Haupgerichte in den Themen Restaurants ab 30US$ aufwärts.

Man kämpft sich durch diese Kommerz-Schlacht, die dann noch mit Spielbuden angereichert wird. Das sind Pendants zum Pfeilwerfen oder Dosenwerfen auf der deutschen Kirmes, die bei 5$ pro Spiel starten. Und davon gibt es gefühlte 300 Stück oder mehr im Park. 

Der Park ist ein einziger Geldstaubsauger. Tiere und Natur rücken komplett in den Hintergrund.

Kostenlos war das Vergnügen mit einem fast handzahmen Eichhörnchen.
Die Seaworld Strategen haben Gott sei Dank noch keinen Weg gefunden,
wie man dafür abkassieren kann. 

Ein Foto mit Kuschelpinguin - ebenfalls kostenlos!
Wider Erwartung.


Dazu gibt es dann noch die Shows - mit gut abgerichteten und dressierten Tieren. Was auch immer man den Amerikanern sagen und vorhalten möchte - Show können sie, wie sonst wohl niemand auf der Erde. Diese Shows sind beeindruckend. Choreographie, Musik, Themen, Kostüme… Es ist schlichtweg umwerfend und macht den Europäer faktisch sprachlos. Den Tierschützer auch, denn das was da mit den Tieren veranstaltet wird ist durchaus fragwürdig.

Wir haben es geschafft uns im Park an einem Tag 3 dieser Shows anzusehen. Delphinshow, mit einem erschreckend kleinen Delphinanteil, dafür aber mit viel Akrobatik und Turmspringen.
Eine Seelöwen-Show, die eher etwas für Kinder war und viel zu Lachen bot. Und zum Schluss, die obligatorische Show mit den Orcas. Vermutlich hat man in seinem Leben sonst nicht wirklich oft die Gelegenheit einen Orca überhaupt in lebensecht zu sehen. Aber zu welchem Preis? 6 Orcas in einem solchen Becken sind schon eine Menge und der Lebensraum sehr, sehr sehr klein für diese Tiere. 

Das Delphinarium

Shamu Stadium

Dressierte Orcas....

.. in einer beeindruckenden, aber auch nachdenklich stimmenden
Show. Bei der die Trainer nicht mehr wie früher mit ins Wasser steigen.


Zu den netten Erlebnissen im Park gehörten die Begegnungen mit den Beluga Walen, den Rochen und den den Delphinen ausserhalb der Show.

Rochen darf man in Seaworld Streicheln und Füttern (4 Shrimps für 5$). Das war etwas, was Junior sehr begeistert hat. Die Beluga Wale konnte man von einem Unterwasserfenster aus beobachten, wie sie Ihre Bahnen in Ihrem künstlichen Habitat zogen. An der Delphin Lagune, ausserhalb der Show kann man direkt an das Becken heran und die Delphine schwimmen oft und scheinbar gerne in der Nähe der Stellen herum.  Sie kommen freiwillig dorthin und lassen sich auch öfter mal streicheln. Oder treiben Schabernack wie bei uns. Junior stand direkt am Becken und hatte erwartungsvoll die Hand ausgestreckt, falls einer der Delphine Nahe genug herankommen würde und sich streicheln lassen wollte. Von etwas weiter her kam dann plötzlich ein Delphin mit reichlich Speed angeschwommen und vollführte direkt am Beckenrand einen Sprung aus dem Wasser und platschte mit voller Wucht wieder hinein und sorgte so für alle Zuschauer für eine Volldusche. Nass bis in die Unterhose. Dafür war man vermutlich so nahe wie nie an einem springenden Delphin.

Nach gut 8 Stunden Park verliessen wir Kommerzworld und schleppten uns von Sonne und Wärme ausgelaugt zurück zum Shuttlebus. Den, wir auch diesmal nicht verpassen durften, da auch der Bus zurück nur einmal am Tag fährt.

Fazit dieses Tages in Orlando: Unanständig teuer, überkommerzialisiert und - meiner Meinung nach - Seaworld nicht mehr empfehlenswert. Ich werde dort nicht mehr hingehen, sonder lieber wieder Sealife Parks besuchen, die sich deutlich mehr dem Thema Wasser und der maritimen Tierwelt verschrieben haben. Für Überkopfachterbahnen und anderes gibt es bessere Parks. 

Ein Tag in den Fängen des Kommerz-Wahnsinns!